Georg Kern wählte seinen Künstlernamen nach seinem Geburtsort Deutschbaselitz in Sachsen, wo er am 23. Januar 1938 zur Welt kam. Sein Studium begann er 1956 noch in Ost-Berlin, wurde jedoch wegen gesellschaftspolitischer Unreife von der HBK verwiesen und übersiedelte nach West-Berlin. Bis 1964 blieb er bei Hans Trier an der Kunsthochschule, an der er selbst von 1983 an fünf Jahre lang lehrte. Häufig wechselte er seine Wohnorte in Deutschland und unternahm Auslandsreisen nach Paris, New York und Sao Paulo. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen einjährigen Aufenthalt in Florenz. Seit 1987 hat er ein Atelier im italienischen Imperia an der Riviera und lebt im Wechsel in Hildesheim.
Die anfangs zwanghaft erotisierte Malerei von Figuren und Körperteilen hatte 1965 die Beschlagnahmung von Gemälden zur Folge und zog einen Prozess wegen Pornografie nach sich, der allerdings eingestellt wurde. Die Bilder gingen wieder zurück an den Künstler.
Die provozierende Körperlichkeit wandelte sich Mitte der 60er-Jahre zu einer zeichenhaft figürlichen Symbolik, durchsetzt mit Landschaftszitaten seiner sächsischen Heimat. Ab 1966 wird die Gegenständlichkeit zunehmend bedeutungslos und führt zu den s.g. Frakturbildern. Mit diesen Frakturbildern begann Baselitz in der Malerei und der Grafik ein neues und bis heute für ihn gültiges Gestaltungsprinzip: Alle Motive stehen auf dem Kopf.
Eine Geistesverwandtschaft zum deutschen Expressionismus lassen die ab 1983 entstandenen Werke mit ihren buntfarbigen Flächen und figurativen Vereinfachungen erkennen. Gleichzeitig wandte sich der Künstler erstmals Holzskulpturen zu, an denen die Bearbeitungsspuren von Säge und Beil noch sichtbar sind.
In verschiedenen Manifesten bezieht der Künstler immer wieder zu seinen Werken Stellung. Diese Schriften begleiten stetig das sich wandelnde Werk des Künstlers. Erst in den 80er-Jahren erlangte das lang umstrittene Oeuvre von Georg Baselitz allgemeine Anerkennung.
Georg Baselitz zählt heute zu den Spitzen der internationalen Kunstszene. Seine Werke werden auf den Biennalen in Sao Paulo und Venedig ebenso gefeiert wie auf der documenta. U. a. wurde der Künstler mit dem Kaiserringpreis der Stadt Goslar ausgezeichnet.
Georg Baselitz ist mit seinen Werken in allen bedeutenden Museen der Welt präsent. Nach Ausstellungen im Jahre 1995 im Guggenheim Museum, New York, und im Los Angeles Museum of Art folgte eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York. Baselitz ist neben Beuys der einzige deutsche Künstler, dem diese Ehre in jüngerer Zeit zuteil wurde.
Bezeichnung für die von der gegenständlichen Darstellung losgelöste Malerei und Plastik, die sich ab etwa 1910 in immer neuen Stilvariationen über die ganze westliche und Teile der östlichen Welt verbreitete. Als Begründer der abstrakten Kunst gilt der 1866 geborene russische Maler Wassily Kandinsky. Weitere bedeutende Künstler der abstrakten Kunst sind K.S. Malewitsch, Piet Mondrian u.a.
Bereich der Grafik, der die künstlerischen Darstellungen umfasst, die durch verschiedene Drucktechniken vervielfältigt werden.
Druckgrafische Techniken sind u.a. Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Lithografie, Serigrafie.
Weiterführende Links:
Holzschnitt
Kupferstich
Radierung
Lithografie
Serigrafie
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