Wolfgang Hugo Rheinhold:
Skulptur "Affe mit Schädel" (1892-93), Version in Bronze

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Wolfgang Hugo Rheinhold: Skulptur "Affe mit Schädel" (1892-93), Version in Bronze

Wolfgang Hugo Rheinhold:
Skulptur "Affe mit Schädel" (1892-93), Version in Bronze

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Kurzinfo

Limitiert, 980 Exemplare | nummeriert | Bronze + Diabas | handgefertigt | patiniert | teilweise poliert und vergoldet | Format 17 x 26 x 17 cm (B/H/T) | Gewicht ca. 5 kg | Zertifikat

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Wolfgang Hugo Rheinhold: Skulptur "Affe mit Schädel" (1892-93), Version in Bronze

Mit der Skulptur "Affe mit Schädel" hat der Philosoph und Bildhauer Wolfgang Hugo Rheinhold (1853-1900) die Debatte um das Werk Charles Darwins in eine geradezu ikonografische Form gegossen. Dass er dabei mit seinen mannigfaltigen Anspielungen ein "Kabinettstück überlegenen Humors" ablieferte, bescheinigten ihm schon die Zeitgenossen - schließlich schimmern nicht nur Shakespeares "Sein oder Nichtsein", sondern darüber hinaus noch Rodins "Denker" und kursierende Darwin-Karikaturen deutlich durch.

Rheinholds Affe ist aber weit mehr als Humor in Bronzeguss aus Urgroßvaters Zeiten. Der mit einem Werkzeug zur Schädelvermessung hantierende Affe sitzt schließlich nicht nur auf Darwins bahnbrechendem Werk, sondern zugleich auf der Bibel. Und bei genauer Betrachtung erweist sich - ganz klassisch - die "Inscriptio", die Inschrift, als Schlüssel zur Allegorie: "Eritis sicut deus" heißt es da, "Ihr werdet sein wie Gott". Mit eben diesen Worten lockt der Teufel Adam und Eva zum Baum der Erkenntnis, was bekanntlich zur Vertreibung aus dem Paradies führt. So erweist sich der Bildhauer Rheinhold am Ende doch wieder als Philosoph: Wer Erkenntnis sucht, sagt uns der "Affe mit Schädel", hat mit Konsequenzen zu rechnen - eine, wenn nicht "die" Grunderfahrung des 20. Jahrhunderts von der Atombombe bis zur Gentechnologie.

Skulptur in feiner Bronze, gegossen im Wachsausschmelzverfahren, teilweise von Hand patiniert, poliert und vergoldet. Auf schwarzem Diabas-Sockel. Format 17 x 26 x 17 cm (B/H/T), Gewicht ca. 5 kg. Limitiert auf 980 Exemplare, nummeriert. Mit Zertifikat.

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Wolfgang Hugo Rheinhold: Skulptur "Affe mit Schädel" (1892-93), Version in Bronze 5.00 5 7

Schöne Deko, mit Denkanstoss un einer Note Humor.

2017-5-5

'ars mundi' ist eine Bereicherung, wenn man Kunst liebt und das eine oder andere erwerben will, ich habe ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht ! Der Katalog ist wunderschön und gibt Einblicke und Anregungen! Danke !

2017-4-4

Sehr, sehr schön!! Präsentiert sich wunderschön auf einer Holzsäule und wird häufig bewundert und durchaus auch philosophisch diskutiert.

2016-4-16

Die Skulptur steht auf meinem Schreibtisch auf dem Buch von Darwin 'Die Entstehung der Arten' und ich erfreue mich daran jeden Tag.

2013-8-3

Fällt jedem Besuch gleich auf und erweckt Nachfragen.Ist ein super Blickfang und erfreut mich nahezu täglich.

2014-5-6

1853-1900

Sie haben ihre Schicksale - nicht nur die Bücher, auch die Kunstwerke und Künstler. Das des "Affen mit Schädel" und seines Schöpfers Wolfgang Hugo Rheinhold könnte unterschiedlicher kaum sein. Unmittelbar nachdem Rheinhold die Skulptur 1893 auf der Großen Berliner Kunstausstellung als Abschlussarbeit für sein Studium an der Berliner Königlichen Hochschule der bildenden Künste vorstellte, bot die Berliner Bildgießerei Gladenbeck & Sohn lizenzierte Abgüsse an. Diese gingen nicht nur an private Sammler, sondern auch an viele internationale wissenschaftliche Institutionen. Dort sind sie heute noch zu bewundern: Im Royal College of Surgeons in London, in der Medico-Chirurgical Society in Aberdeen, in der Boston Medical Library und im Department of Zoology an der University of Edinburgh. Den berühmtesten Standort hat wohl ein russisches Exemplar: Es zierte (und ziert noch immer) den Schreibtisch Wladimir Iljitsch Lenins.

Während Ruhm und Bekanntheitsgrad der Skulptur unaufhörlich stiegen, geriet Rheinhold nach seinem frühen Tod fast in Vergessenheit. Erst im Anschluss an eine Ausstellung in Aberdeen 1989 kam es zu ernsthafter biografischer Forschung. Das meiste, was man seither über Rheinhold zusammentragen konnte, wurde erst in den letzten 15 Jahren publiziert.

Rheinhold war nicht nur Bildhauer, sondern auch studierter Philosoph und Mitbegründer einer "Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur". Vielleicht erklärt das den schillernden Bedeutungsreichtum seines "Affen". Er stellt nicht nur einen durchaus humorigen Kommentar zur Darwinismusdebatte dar, sondern appelliert zugleich mit dem Genesis-Zitat "Eritis sicut deus" ("Ihr werdet sein wie Gott") an die ethische Verantwortung jeglicher Wissenschaft.

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Bezeichnung für ein Kunstobjekt (Skulptur, Installation), das nach dem Willen des Künstlers in mehreren Exemplaren in limitierter und nummerierter Auflage hergestellt wird.

Durch das Multiple wird eine "Demokratisierung" der Kunst erreicht, indem das Werk für einen größeren Personenkreis zugänglich und erschwinglich gemacht wird.

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Ein vollplastisches Werk der Bildhauerkunst aus Holz, Stein, Elfenbein, Bronze oder anderen Metallen.

Während die Skulpturen aus Holz, Elfenbein oder Stein direkt aus dem Materialblock herausgearbeitet werden müssen, muss beim Bronzeguss zunächst ein Werkmodell, meist aus Ton oder anderen leicht formbaren Materialien geschaffen werden.

Blütezeit der Skulptur war nach der griechischen und römischen Antike die Renaissance. Der Impressionismus verlieh der Bildhauerkunst neue Impulse. Auch zeitgenössische Künstler wie Jörg Immendorff, Andora, Markus Lüpertz haben die Bildhauerkunst mit bedeutenden Skulpturen bereichert.

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Seit dem Altertum verwendete Legierung von Kupfer mit anderen Metallen (vor allem mit Zinn).
Ideales, Jahrtausende überdauerndes Metall für hochwertige Kunstgüsse.

Bronzeguss:
Beim Bronzeguss setzt der Künstler in der Regel ein mehr als 5000 Jahre altes Verfahren ein, das Wachsausschmelzverfahren mit verlorener Form. Es ist das beste, aber auch das aufwändigste Verfahren zur Herstellung von Skulpturen.

Beispielhaft hier Ernst Barlachs Skulptur "Der Buchleser":

Ernst Barlach: Skulptur 'Der Buchleser'

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 1Zuerst formt der Künstler ein Modell seiner Skulptur. Dieses wird in eine verflüssigte Silikon-Kautschukmasse eingebettet. Sobald das Material festgeworden ist, wird das Modell herausgeschnitten. In die so gewonnene Negativform wird flüssiges Wachs gegossen. Nach dem Erkalten wird der Wachsabguss aus der Form genommen, mit Gusskanälen versehen und in eine Keramikmasse getaucht. Die Keramikmasse wird im Brennofen gehärtet, wobei das Wachs ausfließt (verlorene Form).

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 2Nun hat man endlich die Negativform, in welche die ca. 1400° C heiße Bronzeschmelze gegossen wird. Nach dem Erkalten der Bronze wird die Keramikhülle zerschlagen und die Skulptur kommt zum Vorschein.

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 3Jetzt werden die Gusskanäle entfernt, die Oberflächen vom Künstler selbst oder nach seinen Vorgaben von einem Spezialisten poliert und patiniert und nummeriert. So wird jeder Guss zum Original.

Für weniger hochwertige Bronzegüsse wird häufig das Sandbettverfahren verwendet, das in Oberflächenbeschaffenheit und Qualität jedoch nicht das aufwändigere Wachsausschmelzverfahren erreicht.

Weiterführende Links:
Sandguss

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