*1935, italienischer Maler, Grafiker und Bildhauer
Bruno Bruni wurde 1935 in Gradara (Pesaro), Italien, geboren. Von 1953 bis 1959 studierte er am Istituto d'Arte di Pesaro, ging dann ein Jahr nach London, um anschließend (1960-1965) seine Studien an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Hamburg fortzusetzen.
Die Anfänge seines künstlerischen Schaffens standen noch stark unter den Einflüssen von Georg Gresko, Horst Janssen und auch Paul Wunderlich, dem er die Hinwendung zur Lithografie verdankte. Daneben spielten Eindrücke von Otto Dix, George Grosz und dem sozialkritischen Realismus der 20er Jahre eine Rolle.
1967 erhielt Bruni ein Stipendium des Lichtwark-Preises der Stadt Hamburg und 1977 den Internationalen Senefelder-Preis für Lithografie.
Der Künstler behauptet sich international seit vielen Jahren mit einem unverwechselbaren, facettenreichen Oeuvre, das sich aus skulpturalen Werken, Ölgemälden und Grafiken zusammensetzt. Besonders die Farblithografie gestattet Bruni dabei während des Entstehungsprozesses ein hohes Maß an Spontaneität und Freiheit. Seine weiblichen überschlanken Akte, Stillleben oder zarten Blumenmotive erhalten durch den zeichnerischen Ausdruck ihren erotischen Reiz. Besonders seine Blumenstillleben erinnern an die grafischen Naturstudien von Albrecht Dürer. Jedoch geht es Bruni nicht um die detailgetreue Wiedergabe des Motivs, sondern um die sinnliche Ausstrahlung der floralen Objekte. So dominiert typisch für die Zeichnung die Linie, die sich in einem steten Gleiten und Ebenmaß zu befinden scheint. Das Motiv wird durch die Serpentine, die schön geschwungene Schlangenlinie definiert. Die wenig strukturierte Binnenform lädt zu einem intensiven Nachempfinden der Kontur ein.
Neben einer Auseinandersetzung mit der Renaissance und dem Manierismus sowie surrealen Einflüssen lässt sich in Brunis Werk auch eine Vorliebe für den Jugendstil erkennen, der besonders in seinem bildhauerischem Werk wiederzufinden ist.
Durch ihre anmutige Sinnlichkeit können seine Kunstwerke, die in den Ateliers in Hamburg und Urbino entstehen, zu einer Ruheoase im hektischen Alltagsleben werden.
Zahlreiche Einzelausstellungen, u.a. in Florenz, London, Berlin, Tokio, New York und Leningrad haben Bruno Bruni zu einem international bekannten Künstler gemacht, dessen Arbeiten von Sammlern und Kunstliebhabern begehrt sind.
Bezeichnung für ein Kunstobjekt (Skulptur, Installation), das nach dem Willen des Künstlers in mehreren Exemplaren in limitierter und nummerierter Auflage hergestellt wird.
Durch das Multiple wird eine ‚Demokratisierung' der Kunst erreicht, indem das Werk für einen größeren Personenkreis zugänglich und erschwinglich gemacht wird.
Ein vollplastisches Werk der Bildhauerkunst aus Holz, Stein, Elfenbein, Bronze oder anderen Metallen.
Während die Skulpturen aus Holz, Elfenbein oder Stein direkt aus dem Materialblock herausgearbeitet werden müssen, muss beim Bronzeguss zunächst ein Werkmodell, meist aus Ton oder anderen leicht formbaren Materialien geschaffen werden.
Blütezeit der Skulptur war nach der griechischen und römischen Antike die Renaissance. Der Impressionismus verlieh der Bildhauerkunst neue Impulse. Auch zeitgenössische Künstler wie Jörg Immendorff, Andora, Markus Lüpertz haben die Bildhauerkunst mit bedeutenden Skulpturen bereichert.
Standbild. Stehende, vollplastische Einzelfigur, die meist auf einem Postament aufgestellt wurde bzw. wird. Eine Statuette ist die verkleinerte Ausführung einer Statue.
Seit dem Altertum verwendete Legierung von Kupfer mit anderen Metallen (vor allem mit Zinn).
Ideales, Jahrtausende überdauerndes Metall für hochwertige Kunstgüsse.
Bronzeguss:
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Beim Bronzeguss setzt der Künstler in der Regel ein mehr als 5000 Jahre altes Verfahren ein, das Wachsausschmelzverfahren mit verlorener Form. Es ist das beste, aber auch das aufwändigste Verfahren zur Herstellung von Skulpturen.
Beispielhaft hier Ernst Barlachs Skulptur "Der Buchleser":
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Zuerst formt der Künstler ein Modell seiner Skulptur. Dieses wird in eine verflüssigte Silikon-Kautschukmasse eingebettet. Sobald das Material festgeworden ist, wird das Modell herausgeschnitten. In die so gewonnene Negativform wird flüssiges Wachs gegossen. Nach dem Erkalten wird der Wachsabguss aus der Form genommen, mit Gusskanälen versehen und in eine Keramikmasse getaucht. Die Keramikmasse wird im Brennofen gehärtet, wobei das Wachs ausfließt (verlorene Form).
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Nun hat man endlich die Negativform, in welche die ca. 1400° C heiße Bronzeschmelze gegossen wird. Nach dem Erkalten der Bronze wird die Keramikhülle zerschlagen und die Skulptur kommt zum Vorschein.
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Jetzt werden die Gusskanäle entfernt, die Oberflächen vom Künstler selbst oder nach seinen Vorgaben von einem Spezialisten poliert und patiniert und nummeriert. So wird jeder Guss zum Original.
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Für weniger hochwertige Bronzegüsse wird häufig das Sandbettverfahren verwendet, das in Oberflächenbeschaffenheit und Qualität jedoch nicht das aufwändigere Wachsausschmelzverfahren erreicht.
Weiterführende Links:
Sandguss
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