Der österreichische Bildhauer Hans Freilinger (Jahrgang 1925) gehört zu jener rar werdenden Generation Künstler, deren Arbeit fest auf handwerklicher Vorausbildung ruht. Hatte der in seinen künstlerischen Fähigkeiten früh auffällig gewordene Freilinger vor dem Krieg noch den Beruf des Tischlers gelernt (und sich nach 1945 mit Schnitzarbeiten beschäftigt), machte ihn die Nachkriegszeit zum Stukkateur und Restaurator. Als solcher wirkte er maßgeblich an der Wiederherstellung der frühbarocken Kuppel des Salzburger Doms mit. Ein Studium der Bildhauerei an der Wiener Akademie der bildenden Künste folgte, wobei sich Freilinger früh für eine naturalistische, von gängigen Modernismen freie Darstellungsweise entschied.
Der heute 85jährige blickt auf ein reiches, vielfach ausgestelltes und ausgezeichnetes Werk zurück. Freilinger arbeitet in Holz, Stein und Metall. Die Mehrzahl seiner sakralen Plastiken, Studien, Porträtbüsten (u. a. Kafka, Albert Paris Gütersloh) und Brunnengestaltungen sind dabei im Bronzeguss ausgeführt, den er mit exaktem Blick für die Ausdruckskraft des Materials und mit größter handwerklicher Souveränität umzusetzen weiß.
Bezeichnung für ein Kunstobjekt (Skulptur, Installation), das nach dem Willen des Künstlers in mehreren Exemplaren in limitierter und nummerierter Auflage hergestellt wird.
Durch das Multiple wird eine ‚Demokratisierung' der Kunst erreicht, indem das Werk für einen größeren Personenkreis zugänglich und erschwinglich gemacht wird.
Ein vollplastisches Werk der Bildhauerkunst aus Holz, Stein, Elfenbein, Bronze oder anderen Metallen.
Während die Skulpturen aus Holz, Elfenbein oder Stein direkt aus dem Materialblock herausgearbeitet werden müssen, muss beim Bronzeguss zunächst ein Werkmodell, meist aus Ton oder anderen leicht formbaren Materialien geschaffen werden.
Blütezeit der Skulptur war nach der griechischen und römischen Antike die Renaissance. Der Impressionismus verlieh der Bildhauerkunst neue Impulse. Auch zeitgenössische Künstler wie Jörg Immendorff, Andora, Markus Lüpertz haben die Bildhauerkunst mit bedeutenden Skulpturen bereichert.
Seit dem Altertum verwendete Legierung von Kupfer mit anderen Metallen (vor allem mit Zinn).
Ideales, Jahrtausende überdauerndes Metall für hochwertige Kunstgüsse.
Bronzeguss:
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Beim Bronzeguss setzt der Künstler in der Regel ein mehr als 5000 Jahre altes Verfahren ein, das Wachsausschmelzverfahren mit verlorener Form. Es ist das beste, aber auch das aufwändigste Verfahren zur Herstellung von Skulpturen.
Beispielhaft hier Ernst Barlachs Skulptur "Der Buchleser":
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Zuerst formt der Künstler ein Modell seiner Skulptur. Dieses wird in eine verflüssigte Silikon-Kautschukmasse eingebettet. Sobald das Material festgeworden ist, wird das Modell herausgeschnitten. In die so gewonnene Negativform wird flüssiges Wachs gegossen. Nach dem Erkalten wird der Wachsabguss aus der Form genommen, mit Gusskanälen versehen und in eine Keramikmasse getaucht. Die Keramikmasse wird im Brennofen gehärtet, wobei das Wachs ausfließt (verlorene Form).
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Nun hat man endlich die Negativform, in welche die ca. 1400° C heiße Bronzeschmelze gegossen wird. Nach dem Erkalten der Bronze wird die Keramikhülle zerschlagen und die Skulptur kommt zum Vorschein.
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Jetzt werden die Gusskanäle entfernt, die Oberflächen vom Künstler selbst oder nach seinen Vorgaben von einem Spezialisten poliert und patiniert und nummeriert. So wird jeder Guss zum Original.
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Für weniger hochwertige Bronzegüsse wird häufig das Sandbettverfahren verwendet, das in Oberflächenbeschaffenheit und Qualität jedoch nicht das aufwändigere Wachsausschmelzverfahren erreicht.
Weiterführende Links:
Sandguss
| Hans Freilinger: Skulptur "Liegende Frau", Bronze | |
| Gustav Klimt: Porzellan-Schale "Erfüllung" | |
| Catherine Hunter: Huhn "Emma. Die Neugierige" |
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