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Praxiteles

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Kopf des Epheben von Marathon, Kunstbronze

Mit dem Dreigestirn Skopas, Praxiteles und Lysipp ging der "Schöne Stil" der griechischen Spätklassik auf. Bei seinen Skulpturen vermied Praxiteles alles Heroische und Titanische; auch seine virtuos gemeißelten Götter erscheinen in liebenswürdig-menschlicher Gestalt. Seine berühmten Originale, wie die "Aphrodite von Knidos", der "Hermes von Olympia", der "Eidechsenfänger" und der "Einschenkende Satyr" sind unwiederbringlich verlorengegangen, doch römische Repliken künden noch von ihnen. Dann aber erschütterte ein einmaliger Fund die Kunstwelt: Griechische Fischer bargen bei Marathon eine Jünglingsstatue von unvergleichlicher Schönheit, die man nahezu zweifelsfrei Praxiteles zuschreiben kann. Es ist wohl Hermes selbst, der hier die Nachwelt entzückt und uns in die glückliche Stille seines elysischen Daseins einbezieht.
Original: Archäologisches Nationalmuseum Athen. Praxiteles, attisch, um 330 v. Chr.

Kunstbronze. Höhe mit Marmorsockel 36 cm.

520,00 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Porto


Artikel-Nr: IN-002434


 

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Praxiteles

Praxiteles (um 395 v. Chr. bis etwa 320 v. Chr.) war im 4. Jahrhundert vor unserer Zeit griechischer Bildhauer in Athen. Von Plinius wird er wegen seiner Kunst der Marmorbearbeitung gerühmt. Darüber hinaus sind aber auch Arbeiten aus Bronze bekannt. Entgegen der heutigen Vorstellung, dass die edle Wirkung des Marmors nur durch den weißen Stein hervorgerufen wird, ließ Praxiteles seine Skulpturen durch den Maler Nikias bemalen. Durch schriftliche Überlieferung, in denen seine Werke beschrieben werden, sind uns heute über fünfzig Werke bekannt. Sie wären als Skulpturen gänzlich verloren, hätten die Römer nicht Repliken angefertigt.

Praxiteles Themen waren die Göttergestalten des Olymps, die er als ewig jugendlich darstellte. Darüber hinaus zeugen Portrait- und Grabstatuen von der Popularität des attischen Bildhauers unter seinen Zeitgenossen.

Seine wohl bekannteste Statue und nach Plinius die schönste „auf dem ganzen Erdenkreis“ ist die „Knidische Aphrodite“. In fünfzig großplastischen römischen Repliken ist die sich zum Bad entkleidende Schöne erhalten geblieben. Neben weiteren Aphroditebildern schuf Praxiteles auch Erosstatuen, die durch ihre Nacktheit Anlass zu zahlreichen pikanten Anekdoten boten. Eine seiner berühmtesten Jünglingsstatuen ist der in zwanzig römischen Repliken erhalten gebliebene „Apollon Sauroktonos“. Die gelungensten davon können im Pariser Louvre und im Vatikan bewundert werden.

Dem Bildhauer gelang es immer wieder seinen Statuten durch einen schönlinig geschwungenen Kontur Anmut zu verleihen. Er legte besonders bei seinen Götterbildern mehr Wert auf eine differenzierte Darstellung der seelischen Empfindungen, denn auf die zeittypische Wiedergabe des erhabenen Charakters und verlieh ihnen so eine menschliche Erscheinung.

Minoische Kultur, mykenische Kultur
Die kretische Kunst wird nach dem sagenhaften König Minos auch minoische Kunst genannt.

Kretisch-minoische Kunst ist die Kunst Kretas von etwa 2900 – 1600 v. Chr. (minoische Kunst) und die mykenische Kunst Kretas und des griechischen Festlandes von etwa 1600 – 1100 v. Chr., auf Kreta nur bis 1200 v. Chr.

In den Schachtgräbern von Mykene, das im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. seine Blütezeit hatte, entdeckte der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann bedeutende Zeugnisse dieser Kultur. Ein erhalten gebliebenes Zeugnis ist das Löwentor aus dem 13. Jahrhundert v. Chr.

Am besten haben die Kunstwerke aus Keramik die Wirren der Jahrtausende überstanden: prachtvoll dekorierte Vasen. Berühmt ist die Schlangengöttin (um 1500 v. Chr.), eine Fayence-Statuette, die man aus dem Schutt des Palastheiligtums von Knossos geborgen hat. Bronzegefäße der Zeit fanden meist im Haushalt Verwendung. Aber auch Dolche und Schwerter sowie Rüstungen wurden damals aus Bronze gefertigt.

Der Schmuck der kretisch-mykenischen Damen war aus Gold, Bergkristall, Lapislazuli, Elfenbein, Fayence und Glas gefertigt.

Geometrische Kultur
Als Weiterführung der spätmykenischen Kunst entwickelte sich gegen Ende des 11. Jahrhunderts v. Chr. auf dem griechischen Festland die geometrische Kunst. An die Stelle der naturhaften kretisch-mykenischen Formensprache tritt in der geometrischen Kunst ein mathemathisch-ordnender Stilwille. Neu ist die Verwendung des Lineals und des Zirkels. Auch der Schmuck dieser Zeit wird von den strengen Grundsätzen der Geometrie beherrscht.

Archaische Kultur
An den Tempelbauten des 8. und 7. Jahrhunderts v. Chr. entwickelte sich die Baukunst. Am Anfang wurde noch mit Lehmziegeln und Holz gebaut, später wurden die Formen auf Stein übertragen. In der Plastik entwickelte sich ein monumentaler Stil. Als Werkstoffe dienten Marmor, Bronze, Ton und Kalkstein. Im Typus der nackten Jünglingsfigur wurden Götter, Helden, siegreiche Wettkämpfer verkörpert. Götter oder Weihestatuen wurden bekleidet dargestellt.

Neben der Rundplastik entwickelte sich eine Reliefkunst, die vorzugsweise für die Dekoration der Tempel eingesetzt wurde.

Statuetten aus Ton und Bronze gibt es seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. Sie stellten Menschen, Tiere und mysthische Wesen dar und sind von hoher Qualität.

Klassische Kultur (5. und 4. Jahrhundert v. Chr.)
Der Beginn der griechischen Klassik fällt in die Wirkungszeit des großen Staatsmannes Perikles, unter dessen demokratischer Regierung Athen zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens und künstlerischen Schaffens im antiken Griechenland wird.

Die klassische Baukunst verfeinerte die Formen und Proportionen zur Perfektion. Der Zeustempel von Olympia, das Parthenon auf der Akropolis von Athen und andere bedeutende Tempelbauten entstanden.

In der Plastik begann die Zeit des strengen Stils. Die starren Formen der früheren Zeit wurden gesprengt, der menschliche Körper wurde anatomisch studiert. Höchstleistungen des strengen Stils sind u.a. der Wagenlenker von Delphi und der Poseidon vom Kap Artemision, den Fischer aus dem Meer geborgen haben.

Eine weitere Steigerung brachte die hohe Klassik. Bildhauer wie Myron, Phidias und Polyklet schufen Skulpturen, welche die Bildhauerkunst bis in unsere Zeit beeinflussen. (Diskuswerfer, Athena-Marsyas-Gruppe, die Heroen von Riace, u.a.)

Im 4. Jahrhundert setzte sich eine romantische Auffassung durch. Praxiteles und Lysipp bestimmten die Kunst der Zeit. Skulpturen wie Hermes mit dem Dyonisosknaben, einschenkender Satyr und vor allem die Aphrodite von Knidos sind herrliche Beispiele für die Kunstauffassung der griechischen Klassik.

Hellenismus
Mit den Eroberungsfeldzügen Alexander des Großen beherrschte die griechische Kunst das Mittelmeer und den Orient. Im Tempelbau herrschte der ionische und korinthische Stil vor.

Die Bildhauerkunst der hellenistischen Zeit leitete Lysipp ein. Die Tempelanlagen wie die in Pergamon wurden reich mit Statuen ausgeschmückt. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Nike von Samothrake, gegen Ende die Venus von Milo geschaffen. Einen Endpunkt, bzw. eine letzte Steigerung, erlebte die hellenistische Plastik mit der Laokoon-Gruppe. Die Malerei der Zeit wurde von Apelles bestimmt. Historische Ereignisse, Porträts und Genrebilder waren Themen, welche die hellenistischen Maler darstellten.

Die originalgetreue Wiederholung eines Kunstwerkes in gleicher Größe und bestmöglicher Material- und Farbgleichheit.

Die Form wird in der Regel direkt vom Original abgenommen, so dass das Replikat auch die feinsten Einzelheiten wiedergibt. Nach der Herstellung des Replikates nach dem am besten geeigneten Verfahren wird die Oberfläche entsprechend dem Original poliert, patiniert, vergoldet oder bemalt.

Ein Replikat von ars mundi ist ein erkennbares Abbild des Originals.

Ein vollplastisches Werk der Bildhauerkunst aus Holz, Stein, Elfenbein, Bronze oder anderen Metallen.

Während die Skulpturen aus Holz, Elfenbein oder Stein direkt aus dem Materialblock herausgearbeitet werden müssen, muss beim Bronzeguss zunächst ein Werkmodell, meist aus Ton oder anderen leicht formbaren Materialien geschaffen werden.

Blütezeit der Skulptur war nach der griechischen und römischen Antike die Renaissance. Der Impressionismus verlieh der Bildhauerkunst neue Impulse. Auch zeitgenössische Künstler wie Jörg Immendorff, Andora, Markus Lüpertz haben die Bildhauerkunst mit bedeutenden Skulpturen bereichert.

Plastische Darstellung von Kopf und Schulter des Menschen.

Seit dem Altertum verwendete Legierung von Kupfer mit anderen Metallen (vor allem mit Zinn).
Ideales, Jahrtausende überdauerndes Metall für hochwertige Kunstgüsse.

Bronzeguss:

Beim Bronzeguss setzt der Künstler in der Regel ein mehr als 5000 Jahre altes Verfahren ein, das Wachsausschmelzverfahren mit verlorener Form. Es ist das beste, aber auch das aufwändigste Verfahren zur Herstellung von Skulpturen.

Beispielhaft hier Ernst Barlachs Skulptur "Der Buchleser":

Ernst Barlach: Skulptur 'Der Buchleser'

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 1Zuerst formt der Künstler ein Modell seiner Skulptur. Dieses wird in eine verflüssigte Silikon-Kautschukmasse eingebettet. Sobald das Material festgeworden ist, wird das Modell herausgeschnitten. In die so gewonnene Negativform wird flüssiges Wachs gegossen. Nach dem Erkalten wird der Wachsabguss aus der Form genommen, mit Gusskanälen versehen und in eine Keramikmasse getaucht. Die Keramikmasse wird im Brennofen gehärtet, wobei das Wachs ausfließt (verlorene Form).

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 2Nun hat man endlich die Negativform, in welche die ca. 1400° C heiße Bronzeschmelze gegossen wird. Nach dem Erkalten der Bronze wird die Keramikhülle zerschlagen und die Skulptur kommt zum Vorschein.

Ernst Barlach Buchleser - Wachsausschmelzverfahren Teil 3Jetzt werden die Gusskanäle entfernt, die Oberflächen vom Künstler selbst oder nach seinen Vorgaben von einem Spezialisten poliert und patiniert und nummeriert. So wird jeder Guss zum Original.

Für weniger hochwertige Bronzegüsse wird häufig das Sandbettverfahren verwendet, das in Oberflächenbeschaffenheit und Qualität jedoch nicht das aufwändigere Wachsausschmelzverfahren erreicht.

Weiterführende Links:
Sandguss

 

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