Emil Nolde:
Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Unikat)
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Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Unikat)
Emil Nolde:
Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Unikat)

Kurzinfo

Unikat | signiert | Aquarell | gerahmt | Format 65 x 75 cm

Bestell-Nr. IN-892551.R1
Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Unikat)
Emil Nolde: Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Uni...

Detailbeschreibung

Bild "Letztes Abendlicht am Meer" (1920) (Unikat)

Das Aquarell nimmt in Emil Noldes Schaffen quantitativ und qualitativ einen wichtigen Stellenwert ein. Allein in der Zeit des von den Nationalsozialisten auferlegten Malverbots zwischen 1941 und 1945 entstanden über Tausend kleinformatige Aquarelle, die so genannten "ungemalten Bilder". Dabei befreite der Maler besonders in dieser lasierenden Technik die Farben von ihrem formalen Korsett und tauchte Landschaften in ein kontrastreiches Kolorit. "Er malt, das Papier saugt die Farbe auf, die Farben fließen, die Grenzen wachsen, man glaubt, die Materie mache sich selbständig - und doch glückt ihm das Bild. Es fließt ihm aus der Hand, eingerechnet aller Veränderungen, die ohne sein Zutun im Papier geschehen. Die Bilder ereignen sich; sie entfalten sich wie gelenkte und zugleich eigenständige Lebewesen", erinnert sich Noldes zweite Frau an sein Vorgehen.

Aquarell, um 1920. Signiert. Mit einer Foto-Expertise von Professor Dr. Manfred Reuther. Registriert im Emil-Nolde-Archiv. Motivgröße/Blattformat 38 x 49 cm. Format im Rahmen 65 x 75 cm wie Abbildung.

Über Emil Nolde

1867-1956 - Deutscher Expressionist

Emil Nolde (bürgerlich Hans Emil Hansen, bis er sich 1902 nach seinem Geburtsort benannte) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Von der Münchner Akademie abgelehnt, ging er nach Paris, um an der dortigen Académie Julien seine Studien fortzusetzen. Seit 1905 lebte und arbeitete er auf der dänischen Insel Alsen und in Berlin und war kurzfristig Mitglied der "Brücke" und - ebenso kurzfristig - der Berliner Secession.

Kurz nach dem Austritt Noldes aus der Künstlergemeinschaft "Brücke" Ende 1907 begegnete er dem norwegischen Maler Edvard Munch in Berlin, dessen Arbeiten ihn sehr beeindruckten. Bei dem Besuch seines Freundes Hans Fehr im Jahr 1908 begann er, die Technik des Aquarellierens für sich zu entdecken und schließlich virtuos umzusetzen.

Noldes Werk umfasst heute zahlreiche Aquarellarbeiten, Ölgemälde, Grafiken sowie einige Skulpturen. Kennzeichnend ist seine intensive Farbgebung; der Künstler verblieb in seinen Motiven - Landschaften, Blumen, Stadtszenen, religiöse Motive - zwar stets im Gegenständlichen, "komponierte" seine Bilder jedoch ganz von der Farbe her. Als Nolde 1927 sein Backsteinhaus "Seebüll" im nordfriesischen Neukirchen bezog, umgab er es mit einem großen Garten, der ihm Motive in Hülle und Fülle bot.

Es sollten schwere Jahre folgen. Noldes Stellung zum Nationalsozialismus war, wie die Forschung seit langem festgestellt hat, durchaus kompliziert. Tatsache bleibt: 48 seiner Werke wurden 1937 in der berüchtigten Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt, mehr als 1.000 beschlagnahmt und 1941 wurde ihm sogar - ein Schicksal, das sonst nur den Maler Karl Schmidt-Rottluff und den Bildhauer Edwin Scharff ereilte - ein Arbeitsverbot auferlegt. Nolde reagierte, indem er heimlich etwa 1.300 "Ungemalte Bilder" schuf: kleinformatige Aquarelle, oft in freier, experimenteller Farbkomposition. Sie waren es nicht zuletzt, die seinen Nachkriegsruhm begründeten. 1955 war der 84jährige auf der ersten documenta vertreten, und auch auf der zweiten im Jahr 1959 wurde sein Werk - nun postum - präsentiert.

Werke von Emil Nolde finden sich weltweit in den Sammlungen hochrangiger Museen, u.a. im Art Institute in Chicago, im Eremitage Museum in St. Petersburg, im Museum of Modern Art in New York City, im Berliner Brücke-Museum, in der Wiener Albertina und im Kunstmuseum in Basel, um nur einige zu nennen. In Seebüll und Berlin wurden Stiftungen zu seinen Ehren gegründet.

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