Lebendige Vergangenheit. Die Kunst des Mittelalters

Lebendige Vergangenheit. Die Kunst des Mittelalters

11/11/2021
ars mundi

"Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen" sagt der amerikanische Schriftsteller und Nobelpreisträger William Faulkner. Es sind die Generationen vor uns, die uns prägen. Ihre Lebensumstände, ihre Weltsicht und ihre Erfahrungen haben auf uns Heutige großen Einfluss. An der Kunst lässt sich das leicht nachvollziehen.

Die Kathedralen des Mittelalters prägen unsere Vorstellung von der Pracht des biblischen Himmelreiches; die Kunst ihrer Zeit all ihren Madonnen und Heiligengestalten stellt so etwas wie die Grundierung des Abendlandes dar. Und wer als Mensch des 21. Jahrhunderts vor einem Altarbild jener Zeit steht, das etwa die Geburt Christi darstellt, wird das Motiv - unerheblich, ob er sich als gläubiger Christ versteht oder nicht - als zentrales und tiefgreifendes Sujet begreifen.

Die moderne Kunst ist stets auch in Auseinandersetzung mit dieser "Ars sacra" entstanden. Das gilt selbst für Vincent van Gogh. Er kopierte zum Beispiel die Pietà von Delacroix und Rembrandts "Auferweckung des Lazarus" - und gab ihnen statt eines religiösen einen allgemeinmenschlichen Unterton. Die Motive aber blieben klar erkennbar. Und selbst wenn seine "Kirche von Auvers" für den Künstler vor allem eine Studie in Farbe und Fläche gewesen sein mag, ist ihm die zum Gottesdienst eilende Frauengestalt als Detail wichtig.

Nutzen Sie also beim nächsten Kirchenbesuch die Gelegenheit, sich einmal wieder mit der dort zu findenden Kunst zu beschäftigen. Sie ist, selbst wenn sie Jahrhunderte alt ist, noch immer lebendige Vergangenheit.

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