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Emil Nolde:
Skulptur "Stehende Frau" (1913/14), Bronze
Emil Nolde:
Skulptur "Stehende Frau" (1913/14), Bronze

Kurzinfo

ars mundi Exklusiv-Edition | limitiert, 980 Exemplare | nummeriert | Signatur | Gießereipunze | Zertifikat | Bronze | ziseliert | patiniert | Originalgröße | Format 27,5 x 5,5 x 3 cm (H/B/T) | Gewicht 1 kg

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Skulptur "Stehende Frau" (1913/14), Bronze
Emil Nolde: Skulptur "Stehende Frau" (1913/14), Bronze

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Detailbeschreibung

Skulptur "Stehende Frau" (1913/14), Bronze

Es war das Abenteuer ihres Lebens, als Emil und Ada Nolde von 1913 bis 1914 mit einer wissenschaftlichen Forschungsexpedition in die Südsee reisten. Nolde begeisterte sich für die paradiesisch anmutende Landschaft, vor allem aber für die Einheimischen, die er dort antraf. Es entstanden zahlreiche Gemälde, Skizzen und Zeichnungen - und einige Skulpturen. Das Südsee-Thema sollte Nolde auch nach der Rückkehr längere Zeit beschäftigen.

"Weitgehend unbekannt ist, dass Emil Nolde als gelernter Holzbildhauer und Möbelschnitzer seine künstlerische Entwicklung begonnen hat. Der Umgang mit Holz ist ihm also zutiefst vertraut, als er während der Südseereise 1913/14 die Schnitztechnik wieder aufgreift. Noch auf der Reise entsteht eine kleine Reihe von Skulpturen, die sich alle in seinem Nachlass in der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde befinden.
Bei der Motivwahl konzentrierte er sich auf eines der zentralen Themen, die seine Kunst prägen, nämlich den Menschen. Sein Interesse liegt an der Wiedergabe des unter der Oberfläche liegenden Charakters und der Wesenseigenschaften der dargestellten Personen. Es bereitet mir deshalb große Freude, dass mit dieser in ausgezeichneter Qualität reproduzierten Skulptur eine weitere Facette von Noldes Werk für eine ausgesuchte Öffentlichkeit bekannt wird." (Dr. Christian Ring, Direktor der Nolde-Stiftung in Seebüll)

Skulptur in feiner Bronze, von Hand im Wachsausschmelzverfahren gegossen, ziseliert und patiniert. Direkt vom Original abgeformt und in Originalgröße reproduziert. Limitierte Auflage 980 Exemplare, einzeln nummeriert. Der Sockel (aus Bronze) ist mit Noldes Signatur sowie der Gießereipunze versehen. ars mundi Exklusiv-Edition, herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Nolde-Stiftung Seebüll. Mit nummeriertem Authentizitäts- und Limitierungszertifikat. Format 27,5 x 5,5 x 3 cm (H/B/T). Gewicht 1 kg.

Porträt des Künstlers Emil Nolde

Über Emil Nolde

1867-1956 - Deutscher Expressionist

Emil Nolde (bürgerlich Hans Emil Hansen, bis er sich 1902 nach seinem Geburtsort benannte) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Von der Münchner Akademie abgelehnt, ging er nach Paris, um an der dortigen Académie Julien seine Studien fortzusetzen. Seit 1905 lebte und arbeitete er auf der dänischen Insel Alsen und in Berlin und war kurzfristig Mitglied der "Brücke" und - ebenso kurzfristig - der Berliner Secession.

Kurz nach dem Austritt Noldes aus der Künstlergemeinschaft "Brücke" Ende 1907 begegnete er dem norwegischen Maler Edvard Munch in Berlin, dessen Arbeiten ihn sehr beeindruckten. Bei dem Besuch seines Freundes Hans Fehr im Jahr 1908 begann er, die Technik des Aquarellierens für sich zu entdecken und schließlich virtuos umzusetzen.

Noldes Werk umfasst heute zahlreiche Aquarellarbeiten, Ölgemälde, Grafiken sowie einige Skulpturen. Kennzeichnend ist seine intensive Farbgebung; der Künstler verblieb in seinen Motiven - Landschaften, Blumen, Stadtszenen, religiöse Motive - zwar stets im Gegenständlichen, "komponierte" seine Bilder jedoch ganz von der Farbe her. Als Nolde 1927 sein Backsteinhaus "Seebüll" im nordfriesischen Neukirchen bezog, umgab er es mit einem großen Garten, der ihm Motive in Hülle und Fülle bot.

Noldes Stellung zum Nationalsozialismus war, wie die Forschung seit langem festgestellt hat, problematisch. Mit seinem Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste war für Nolde ein Ausstellungs-, Verkaufs- und Publikationsverbot verbunden. Nolde bemühte sich wiederholt um eine Rehabilitierung und Anerkennung als Staatskünstler. Dies wurde ihm jedoch bis zuletzt verwehrt. Seine Malerei war mit den Ideen der Nationalsozialisten formal schlicht nicht vereinbar. 

Zur Eröffnung der berüchtigten Ausstellung "Entartete Kunst" wurden 48 seiner Werke gezeigt, mehr als 1000 Arbeiten im Zuge dessen beschlagnahmt. Dank guter Beziehungen konnte Nolde jedoch einen großen Teil dieser Werke zurückholen.

Trotz seiner aktiven Andienung an das System wurde ihm ab 1941 ein Arbeitsverbot erteilt. Dies beinhaltet jedoch nicht, wie später oft kolportiert ein grundsätzliches Malverbot. In der Abgeschiedenheit seines Hauses entstehen während des Krieges  mehr als 1000 der sogenannten "Ungemalten Bilder". Der Begriff bezog sich ursprünglich auf die Funktion dieser kleinformatigen Aquarelle als Studien und Vorentwürfe, die nicht in große Gemälde umgesetzt wurden. Nach 1945 trugen diese - ohne Zweifel künstlerisch bezaubernden - Stücke und ihre Benennung zur Mystifizierung Noldes als verfolgter Künstler bei.  

Trotz der widersprüchlichen ideologischen Positionen des Menschen Nolde ist der künstlerische Wert seines Werkes bis heute unbestritten. Wie Nolde es schafft die Farbe in einem Ölbild oder Aquarell von innen heraus leuchten zu lassen ist unerreicht.

Werke von Emil Nolde finden sich weltweit in den Sammlungen hochrangiger Museen, u.a. im Art Institute in Chicago, im Eremitage Museum in St. Petersburg, im Museum of Modern Art in New York City, im Berliner Brücke-Museum, in der Wiener Albertina und im Kunstmuseum in Basel, um nur einige zu nennen. In Seebüll und Berlin wurden Stiftungen zu seinen Ehren gegründet.

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