Expressionismus

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Expressionismus

Anfang des 20. Jahrhunderts läutete der Expressionismus bahnbrechende Veränderungen in der Kunst ein und sollte eine der wichtigsten Strömungen der klassischen Moderne werden. Er entwickelte sich als Reaktion auf die herrschenden Bedingungen in Kunst und Gesellschaft und fand in Malerei und Skulptur, aber auch in anderen Kunstformen wie Literatur, Musik, Theater und Film viele Anhänger. Die Vertreter der Kunst des Expressionismus definierten sich zum einen durch die Abgrenzung zu den populären Stilen des Impressionismus, Realismus und Naturalismus, zum anderen reflektierten sie in ihren Arbeiten auch den grundlegenden Wandel in Gesellschaft und Politik. Unter dem Eindruck von fortschreitender Industrialisierung, Rationalisierung und Anonymisierung und nicht zuletzt zweier Weltkriege wuchs der Wunsch nach einer stark von der Gefühlswelt der Künstler geprägten und ungeschönten Ausdrucksweise.

Emotionaler Ausdruck und kräftige Farbe - Die Charakteristika der Kunst des Expressionismus

Auch wenn das übergeordnete Konzept und der Mut zur Innovation die progressiven Künstler jener Epoche einte, ist eine einheitliche und allgemeingültige Definition von Expressionismus in Hinsicht auf die künstlerische Ausgestaltung schwer zu finden. Einige Parallelen und Gemeinsamkeiten lassen sich aber erkennen: Charakteristisch war vor allem die Abkehr von der realitätsnahen und detailreichen Wiedergabe der Motive und die Hinwendung zu einer interpretativen und subjektiven Sichtweise. Zu diesem Zweck wurden die Flächen größer und die Formen der Motive auf das Wesentlichste reduziert. Außerdem wurden die Bilder des Expressionismus von kräftigen Farben und Komplementärkontrasten beherrscht. Viele Künstler arbeiteten parallel auch an theoretischen Schriften, um ihre Konzepte zu erläutern und intellektuell zu untermauern. Zu den wichtigsten gehören mit "Über das Geistige in der Kunst" (1911) und "Punkt und Linie zu Fläche" (1926) zwei Publikationen des russischen Malers Wassily Kandinsky, die im Bauhaus und weit darüber hinaus Anwendung fanden.

Expressionistische Pioniere in Dresden und Kunstrevolution im Alpenvorland - Die "Brücke" und "Der Blaue Reiter"

Der Expressionismus, wie er heute wahrgenommen wird, ist ein vorwiegend deutsches Phänomen und verbreitete sich in vielen Regionen des Landes. Zweifelsohne sind aber die "Brücke" und "Der Blaue Reiter" die größten, einflussreichsten und heute bekanntesten Künstlergruppen dieser Stilrichtung. Ihre erste organisierte Form fand die expressionistische Bewegung in Dresden. 1905 gründeten hier die Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl die Malergemeinschaft "Brücke", zu der in den folgenden Jahren noch viele weitere Künstler stoßen sollten, zum Beispiel Max Pechstein oder Emil Nolde. Ab 1911 entwickelte sich auch in München und Umgebung eine lose Gemeinschaft unter Künstlern wie Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter, August Macke und Alexej von Jawlensky, die gemeinsam Ausstellungen organisierten und als "Blaue Reiter" bekannt wurden. Beide Künstlergruppen unterschieden sich in ihrem Weltbild, ihrem Stil und ihrer Auffassung vom künstlerischen Auftrag teilweise deutlich. Doch die progressive Malweise der Kunst des Expressionismus sollte alle nachfolgenden Künstlergenerationen beeinflussen.

Werke des Expressionismus bei ars mundi

Viele Kunstwerke des Expressionismus stehen heute sinnbildlich für Bilder der Modernen Kunst. Unser Angebot enthält zahlreiche berühmte Motive aus dieser Epoche in authentischen und brillanten Reproduktionen, wie Wassily Kandinskys "Gelb-Rot-Blau", Franz Marcs "Blaues Pferd", Max Pechsteins "Sonnenuntergang Hafen Leba" oder Alexej von Jawlensky "Abstrakter Kopf", aber auch Skulpturen wie Emil Noldes "Java-Tänzerin" oder Ernst Barlachs "Schäfer im Sturm".