Stein

Bereits im Altertum beherrschten Ägypter, Griechen und Römer die Kunst, Skulpturen und Statuen aus Stein zu fertigen und auch heute noch gehören Werke aus Marmor, Kalk- oder Sandstein zum festen Repertoire der Bildhauerei. Für die Steinbildhauerei sind sowohl große handwerkliche als auch künstlerische Fähigkeiten erforderlich.

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Stein

Stein – ein vielfältiger Werkstoff für die Bildhauerei

Der Stein gehört zu den Materialien, aus denen der Mensch bereits seit Tausenden von Jahren Kunstwerke fertigt. Bereits im Altertum stellten Ägypter, Griechen und Römer Skulpturen, Statuen und Figuren aus Stein her. Oftmals wurden Götter oder Herrscher mit gigantischen Steinstatuen geehrt. Auch eine der ältesten bekannten Skulpturen, die von Menschenhand geschaffen wurde, ist aus Stein gefertigt: Die berühmte Venus von Willendorf ist etwa 25.000 Jahre alt und wurde aus Kalkstein geformt. Von diesen Anfängen der Bildhauerei an konnte sich der Stein als Werkstoff bis in die aktuelle zeitgenössische Kunst behaupten. Für Skulpturen aus Stein eignen sich viele Gesteinssorten, zum Beispiel Marmor, Granit, Sandstein oder Kalkstein. Aus diesen verschiedenen Gesteinsarten lassen sich Objekte in nahezu allen Größen herstellen – sowohl kleine, handliche Stein Figuren, aber auch Reliefs, imposante Stein Statuen, Figurengruppen oder monumentale, abstrakte Steinskulpturen für den öffentlichen Raum. Zu den bekanntesten Bildhauern der Kunstgeschichte, die mit Stein arbeiteten, gehören unter anderem Praxiteles in der Klassik, Michelangelo und Donatello in der Renaissance, Johann Gottfried Schadow im Klassizismus sowie Alfred Hrdlicka und Karl Prantl in der zeitgenössischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Steinbildhauerei: Handwerk und Kunst vereint

Wie in keiner anderen Kunstdisziplin treffen in der Steinbildhauerei künstlerisches Gestaltungsvermögen und handwerkliche und technische Fähigkeiten aufeinander. Für die Herstellung von Stein Figuren wird das Material aus einem Block mit Hammer und Meißel abgetragen, bis nur noch die gewünschte Form vorhanden ist. Durch Schleifen und Polieren kann die Oberfläche noch nachbehandelt werden. Für diesen Arbeitsprozess muss der Steinbildhauer sowohl die Fähigkeiten eines Steinmetzes als auch die eines Skulpteurs mitbringen. Denn die Arbeit mit Stein setzt zum einen profunde Materialkenntnisse, die richtige Technik und auch Kraft und Ausdauer voraus, zum anderen aber auch Kreativität, räumliches Denkvermögen und künstlerisches Geschick. Dabei müssen die Arbeitsschritte wohlüberlegt ausgeführt werden, denn es gibt wenig bis keine Möglichkeiten, etwas nachträglich zu korrigieren.

Stein – ein Material mit individuellem Charakter

Die verschiedenen Gesteinsarten haben als Naturprodukte sehr individuelle Eigenschaften. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Farbe, ihres Härtegrades und ihrer Struktur bzw. Maserung. Entsprechend haben auch alle Skulpturen aus Stein einen sehr individuellen Charakter. Je nach Verwendungszweck wählen die Künstler den passenden Stein aus. So eignet sich zum Beispiel weißer Marmor besonders gut für lebensgroße Statuen. Welchen Stein die Künstler verwendeten hing aber auch lange davon ab, in welcher Region sie lebten, da ein Transport über lange Strecken, wie er heutzutage selbstverständlich ist, noch nicht zu allen Zeiten möglich war.

Als einer der härtesten in der Natur vorkommenden Werkstoffe kann der Stein aber auch eine symbolische Bedeutung tragen. Er kann für Unzerstörbarkeit, Dauerhaftigkeit und Härte stehen. Wenn also zum Beispiel einem König ein Denkmal aus Stein errichtet wurde, konnte dies auch den Anspruch auf seine ewige Herrschaft symbolisieren.