Impressionismus

In der Kunst des Impressionismus konzentrierten sich die impressionistischen Maler darauf, in ihren Gemälden ihre subjektiv-geprägte Wahrnehmung wiederzugeben. Dabei hatte die Darstellung der Atmosphäre, die vor allem von den Lichtverhältnissen bestimmt wurde, Vorrang vor einer detailgetreuen Abbildung der Realität. Wichtige Vertreter des Impressionismus waren Claude Monet, Camille Pissarro und Édouard Manet.

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Impressionismus

Aufbruch in eine neue Ära der Malerei

Mitte des 19. Jahrhunderts brachte der Impressionismus für die Malerei einige fundamentale und nachhaltige Veränderungen. Die Künstler des Impressionismus wollten die Atmosphäre eines flüchtigen Moments aus ihrer subjektiven Perspektive wiedergeben. Claude Monet brachte das neue Konzept der Kunst des Impressionismus mit folgenden Worten auf den Punkt: "Mich interessiert nicht das Objekt, sondern das, was zwischen mir und dem Objekt passiert." Die Aufgabe des Künstlers bestehe darin, das darzustellen, was sich zwischen dem Objekt und dem Künstler befinde, nämlich die Schönheit der Atmosphäre, so Monet weiter. Damit stellten die Künstler des Impressionismus mehrere bis dato geltende Grundprinzipien infrage. So maßen sie den Bildgegenständen und ihrer realistischen Darstellung keine Bedeutung mehr zu. Sie rückten auch von einem, nach strengen formalen Regeln komponierten Bildaufbau ab und verbannten jeglichen erzählerischen oder dokumentarischen Charakter aus den Gemälden.

Merkmale des Impressionismus: Licht, Landschaften und leuchtende Farben

Mit der Konzentration auf die Atmosphäre des Moments gewann in der Kunst des Impressionismus die Darstellung der Lichtverhältnisse an Bedeutung. Entsprechend wählten die Maler ihre Motive und Bildausschnitte so aus, dass sich das Licht und die vorwiegend hellen, leuchtenden Farben auf großen Flächen entfalten konnten. Zu den bevorzugten Motiven des Impressionismus zählten deshalb weitläufige Blicke auf Landschaften wie Felder, Gärten, Wälder oder das Meer. Personen spielten dabei meist eine untergeordnete Rolle und dienten oft nur als Staffage oder waren in größeren gesellschaftlichen Szenen zu sehen. Unabhängig vom Motiv brauchte es nach Auffassung der Impressionisten keine realitätsgetreue Abbildung von Mensch und Natur, um die Stimmung eines Moments wiederzugeben. Da Bildgegenstände letztlich nur als Reflexionsflächen für das Licht dienten, wurde in der impressionistischen Malerei auf detaillierte Darstellungen verzichtet und die Maler weichten die Konturen der Objekte auf. Sie arbeiteten häufig mit kurzen Pinselstrichen und erzeugten damit ein "Flirren" auf der Leinwand, das charakteristisch für die Bilder des Impressionismus wurde. Weit verbreitet war unter den Künstlern des Impressionismus auch die "Plein Air"-Malerei. Um ihre individuellen Eindrücke möglichst direkt und unverfälscht auf die Leinwand bringen zu können, gingen sie mit ihrer Staffelei und ihren Farben raus in die Natur und arbeiteten unter freiem Himmel.

Von Zeitgenossen verkannt, heute höchst populär

Mit ihrer unkonventionellen Auffassung von Malerei stießen die Impressionisten zu ihrer Zeit sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum zunächst auf großes Unverständnis. Ein Journalist des "Figaro" soll eine ihrer Ausstellungen als „Desaster, angerichtet von ein paar Verrückten“ bezeichnet haben. Und der Kunstkritiker Louis Leroy schrieb 1874 über die Claude Monets ikonisches Meisterwerk "Impression, soleil levant": "Eine Tapete im Urzustand ist ausgearbeiteter als dieses Seestück." Heutzutage wird diese Epoche gänzlich anders wahrgenommen. Es ist unbestritten, dass in dieser Phase wesentliche Impulse für viele nachfolgende Stilrichtungen gesetzt wurden. Ausstellungen mit Werken von französischen Künstlern wie Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir, Edgar Degas oder Édouard Manet, aber auch von deutschen Vertretern wie Max Liebermann, Lovis Corinth oder Max Slevogt erfreuen sich heute größter Beliebtheit – nicht zuletzt, weil viele Kunstwerke des Impressionismus aktuell in der Liste der teuersten Gemälde zu finden sind.