Pop-Art

Ab Mitte der 1950er-Jahren hatte die Pop-Art in Amerika und Europa die Kunstwelt völlig auf den Kopf gestellt. Die Pop-Art Künstler beschäftigten sich in ihren Werken vornehmlich mit Motiven aus den Massenmedien und der Werbung, zum Beispiel mit Alltagsgegenständen wie Suppendosen, Autos oder Comicfiguren oder mit Prominenten aus Politik und Kultur. Wichtige Vertreter der Pop-Art sind Andy Warhol, Robert Rauschenberg und Roy Lichtenstein.

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Pop-Art

Pop-Art – Die Verbindung von Kunst und Massenkultur

Die LOVE-Skulptur von Robert Indiana, Roy Lichtensteins Werke im Comic-Stil oder Andy Warhols Bilder von Suppendosen: Die Epoche hat zahlreiche berühmte Pop-Art Kunstwerke hervorgebracht, die man heute auf den ersten Blick erkennt. Doch was die Künstler der Pop-Art ab den 1950er-Jahren präsentierten, kam in der damaligen Kunstwelt einer Revolution gleich. Sie beschäftigten sich in ihren Werken mit vermeintlich trivialen Motiven aus der Massenkultur, die sie in den Medien und der Werbung fanden. Sie griffen alles auf, was den Zeitgeist prägte, zum Beispiel Konsumartikel, Werbeschilder oder Comics, aber auch Abbildungen von Prominenten wie Schauspielern oder Politikern. Die typischen Pop-Art Merkmale sind eine stark stilisierte Bildsprache sowie der Einsatz von wenigen, dafür vielfach grellen Farben. Auch wenn die Pop-Art von Künstlern initiiert wurde, war sie kein Phänomen, das sich auf die Kunst beschränkte. Ihre Auswirkungen reichten bis in die Werbung, ins Design, die Grafik und die Mode – und auch heute noch sind das Konzept und die Ästhetik der Pop-Art Kunst in vielen Bereichen präsent.

Pop-Art Merkmale: Alltagsgegenstände in einer kühlen Ästhetik

Die Pop-Art hatte sich in Opposition zu den in den 1950er-Jahren sehr populären gegenstandslosen Stilen wie dem Abstraktem Expressionismus, dem Informel und dem Action Painting entwickelt. Im Selbstverständnis der Pop-Art sollten die Kunstwerke wieder näher an die Lebenswirklichkeit rücken, weniger intellektuell und theoretisch ausfallen und damit mehr Menschen zugänglich gemacht werden. Daher suchten die Pop-Art Künstler ihre Motive in der Massenkultur, die die Menschen tagtäglich umgab. Sie griffen sowohl Alltagsgegenstände wie Dosen, Autos, Zigarettenpackungen oder Flipperautomaten auf, als auch Politiker, Musiker, Schauspieler und andere Prominente sowie Ikonen wie den Weihnachtsmann, die Freiheitsstatue oder Micky Mouse. Ihre Vorlagen und Inspirationen fanden die Künstler in Zeitungen, in Illustrierten, in der Werbung, in Comic-Heften oder auf Fotografien. Die Pop-Art brachte aber nicht nur unkonventionelle Bildthemen mit sich, sie entwickelte auch eine ganz neue Ästhetik. Die Künstler kopierten ihre Motive nicht einfach nur, sondern sie zitierten sie und veränderten in der künstlerischen Bearbeitung ihren Bedeutungsgehalt. Meist lösten sie dazu die Motive aus ihrem ursprünglichen Kontext heraus und zeigten sie isoliert bzw. mit nur wenigen anderen Bildgegenständen. Außerdem verfremdeten sie die Objekte oder stellten sie sehr stilisiert dar. Typische Pop-Art Merkmale sind die Verwendung einer reduzierten Farbpalette mit meist sehr grellen Farben. Bei der Umsetzung kamen außerdem neue Techniken wie Fotomontage, Collage oder der Siebdruck zum Einsatz.

Ein neues Verständnis von Kunst

Neben Motiven und Techniken stellten die Künstler der Pop-Art auch den gesamten Kunstbetrieb mit all seinen Regeln und Mechanismen infrage. Sie wollten die Kunst von ihrem elitären Charakter befreien und sich nicht auf die Trennung von Alltags- und Hochkultur festlegen. So konnte die Kunst der Pop-Art als reine Unterhaltung dienen, aber ebenso als Kritik an der Konsumgesellschaft interpretiert werden. Einige Künstler der Pop-Art strebten zudem eine Form der Demokratisierung der Kunst an. Dreh- und Angelpunkt der bildenden Kunst war immer das vom Künstler handgefertigte Einzelstück, das nur für eine kleine Käuferschicht erschwinglich war. Die Pop-Art Kunst aber sollte für viele Menschen zugänglich sein. Einen wesentlichen Beitrag leistete dazu der Siebdruck. Die Druckgrafik wurde nicht nur als künstlerische Technik genutzt, sondern auch als Mittel, um Kunst seriell herzustellen. Eng mit der Möglichkeit der Vervielfältigung von Kunstwerken verbunden war ein weiterer Tabubruch, den unter anderem Andy Warhol beging. Er verwarf die Idee einer Kunst, die sich selbst genügte und frei von ökonomischen Gedanken sein wollte. Stattdessen betrachtete er die Kunst und den wirtschaftlichen Erfolg als eng miteinander verknüpft. "Being good in business is the most fascinating kind of art. Making money is art and working is art and good business is the best art", lautete sein Credo.

In unserer Rubrik "Pop-Art" finden Sie einen vollständigen Überblick über eine der wichtigsten Epochen des 20. Jahrhunderts, darin Andy Warhol Bilder, Roy Lichtenstein Werke, James Rizzi Bilder sowie Arbeiten von Tom Wesselmann, Mel Ramos oder James Francis Gill.