Ägypten

Viele große Schätze der Menschheitsgeschichte verdanken wir den Alten Ägyptern. Ihre faszinierende und geheimnisvolle Kultur mit Pharaonen, Pyramiden und Mumien beflügelt bis heute die Fantasie der Menschen. Von großer Bedeutung in jener Zeit waren Kunstwerke aus Bildhauerei, Malerei und Architektur, da sie fest in Religion und Gesellschaft verwurzelt waren.

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Ägypten

Faszination Altes Ägypten

Die Zeit der Alten Ägypter, die vor über 5000 Tausend Jahren begann, hat die Entwicklung der Menschheit maßgeblich geprägt. Sie brachte viele große kulturelle und wissenschaftliche Errungenschaften sowie eine beeindruckende monumentale Architektur hervor. Die eigentliche Faszination, die vom Ägypten des Altertums ausgeht, beruht aber vor allem darauf, dass diese Kultur mit ihren Pyramiden, Pharaonen, Sphingen und Mumien etwas Geheimnisvolles und Mystisches umweht. Wie groß die Anziehungskraft altägyptischer Artefakte auf das Publikum ist, lässt sich unschwer an der Popularität von Museen und Ausstellungen mit altägyptischer Grabkunst sowie an den vielen Besuchern, die jährlich die Ausgrabungsstätten im Land am Nil besuchen, ablesen. Die Kunstwerke jener Zeit wie ägyptische Statuen, Reliefs und Malereien sind nicht nur wegen ihrer Ästhetik beliebt. Sie bieten auch einen Einblick in das Leben in dieser Epoche, da sie wichtige Elemente von Religion, Gesellschaft und Politik waren.

Die Kunst im Dienste von Herrschaft und Religion

Im Alten Ägypten bestand eine wesentliche Aufgabe aller Künste – sowohl der Architektur als auch der Bildhauerei und der Malerei – darin, die Verehrung von Gottheiten und Herrschern zum Ausdruck zu bringen. Große Statuen und Skulpturen dienten repräsentativen Zwecken und waren Ausdruck von Macht und Ansehen. Viele Artefakte aus dieser Zeit haben aber auch einen religiösen Hintergrund. Im Glauben der Alten Ägypter hatten manche Gottheiten die Gestalt von Tieren angenommen, daher finden sich unter den Skulpturen auch viele symbolische Tierdarstellungen, zum Beispiel der Gott Anubis als Schakal, der Gott Horus als Falke oder die Göttin Bastet als Katze. Ebenso wichtig wie die Darstellung von Göttern war die Abbildung von Pharaonen in Statuen und Skulpturen. Die Pharaonen verfügten über einen gesonderten Status, denn sie galten in ihrer Rolle als Herrscher weder als Menschen noch als Gottheiten. Vielmehr waren sie auf einer Ebene zwischen Himmel und Erde angesiedelt. Als Abgesandte und Bevollmächtigte der Götter wurde den Pharaonen aber eine ähnliche Verehrung wie den Göttern selbst zuteil. Neben den Pharaonen wurden auch die Herrscherrinnen des Alten Ägyptens wie Kleopatra oder Nofretete in Kunstgegenständen verewigt. Aber auch andere Motive wie verschiedene Berufe oder Tiere stellten die ägyptischen Plastiken dar.

Neben der Darstellung von Göttern und Herrschern hatten ägyptische Skulpturen, Malereien und Bauwerke auch zentrale Funktionen in religiösen Zeremonien. Insbesondere Statuen waren Teil des Bestattungsrituals der Ägypter. Der altägyptischen Mythologie folgend ging "Ka", der in etwa der Seele eines Verstorbenen entspricht, nach dem Tod in eine Statue über. Diese übernahm die Funktion eines Ersatzkörpers und lag in unmittelbarer Nähe zum Leichnam im Grab. Dieser Statue kam eine wichtige Funktion zu, denn in ihr konnte der Ka weiter existieren und den Toten beschützen.

Die Darstellungsweisen ägyptischer Bildhauerei

Bei den Alten Ägyptern wurden Götter, Pharaonen und andere Eliten sowohl als kleinere Skulpturen als auch als monumentale Statuen verewigt. Meist wurden sie stehend oder sitzend dargestellt, oftmals auf einer Grund- oder vor einer Rückenplatte. Bei der skulpturalen Abbildung von Charakteren wurde Wert daraufgelegt, dass immer der gesamte Körper zu sehen war. Üblicherweise wurden in Statuen die Körper und Gesichter makellos gezeigt, da die gezeigten Götter oder Herrscher als fehlerfrei betrachtet wurden. Größtenteils orientierte man sich bei der Abbildung an einem über Jahrtausende gültigen, stark stilisierten Idealtypus. Individuelle Merkmale der gezeigten Personen wurden nur selten in der Skulptur wiedergegeben. Insgesamt hatte sich die bildende Kunst im Alten Ägypten stilistisch weitgehend unabhängig von Einflüssen anderer Kulturen entwickelt. Ihr Stil, so wie wir ihn heute kennen, hatte sich bereits um etwa 3000 v. Chr. entwickelt und blieb – betrachtet man den langen Zeitraum – überraschend konstant.