Romantik

Ende des 18. Jahrhunderts, in einer Phase, in der der Einfluss von Wissenschaft und Technik immer größer wurde, konzentrierten sich die Künstler der Romantik wieder auf Mensch und Natur. Die Malerei zeigte vorwiegend sehr idyllische und imposante Szenen. Als typisch für diese Epoche gelten die Landschaften von Caspar David Friedrich und die Seestücke von William Turner.

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Romantik

Kunst der Romantik: Zurück zu Mensch und Natur

Die Bilder aus der Romantik faszinieren mit ihren idyllischen Landschaften, spektakulären Seestücken und imposanten Städteansichten in handwerklich perfekter Ausführung. Viele Werke dieser Zeit, zum Beispiel die Bilder von Caspar David Friedrich oder William Turner, sind weithin bekannt und beliebt. Allerdings erscheint die Malerei der Romantik aus kunsthistorischer Sicht nicht als eigenständige Epoche. Sie hatte sich vielmehr inhaltlich einer Bewegung angeschlossen, die von etwa Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts innerhalb der Gesellschaften von Deutschland, Frankreich und England populär wurde. Zentrale Merkmale der Romantik waren zum einen der Widerstand gegen den wachsenden Einfluss von Wissenschaft und Technik, zum anderen die Rückbesinnung auf Mensch, Natur und traditionelle Werte. Die Maler nahmen diese Philosophie auf, indem sie die emotionale Seite des Menschen thematisierten und die Natur in idealisierter Form darstellten. Doch eine eigenständige Stilistik oder Bildsprache konnte die Kunst der Romantik nicht entwickeln.

Motive der Romantik: Der empfindsame Mensch im Mittelpunkt

Die Malerei der Romantik fand ihr Alleinstellungsmerkmal vor allem in der Wahl ihrer Motive. Da sich die gesamte Epoche als Gegenbewegung zum Rationalismus verstand, widmeten sich auch die Maler in erster Linie den Gefühlen und der Seele des Menschen. Liebe, Leidenschaft, Sehnsüchte und Ängste zählten zu den großen Themen, die sie in ihren Gemälden aufgriffen. Auch Träume und Fantasien sowie die Mystik, das Transzendentale und eine Rückbesinnung auf das Göttliche gehörten zu den Motiven der Romantik. Große Bedeutung erlangte in diesem Zuge auch die Natur, deren enge Verbindung zum Menschen betont wurde und die in opulenten Landschaftsdarstellungen gefeiert wurde. Bildnerisch umgesetzt wurden diese Themen auf verschiedene Weise. Mal waren die Gemälde voller Symbolik, mal hatten sie auch einen erzählerischen Charakter. Dabei konnten die Bilder der Romantik voller Dramatik und Pathos sein, aber ebenso eine ruhige und harmonische Stimmung ausstrahlen.

Auch wenn die romantische Kunst aus akademischer Sicht keinen eigenen Stil hervorgebracht hatte, war sie bei der Bildkomposition mitunter durchaus progressiv. Eines der Caspar David Friedrich Bilder sorgte sogar für einen handfesten Skandal: In seinem Romantik Gemälde "Tetschener Altar" (Das Kreuz im Gebirge) von 1808 malte er ein Kruzifix inmitten einer Waldlandschaft. Das Gemälde löste in konservativen Kreisen aus mehreren Gründen einen Sturm der Entrüstung aus. So seien in dem Bild unter anderem die Perspektive und die Lichtführung unkorrekt ausgeführt worden. Die größte Kritik aber richtete sich gegen das Motiv selbst. Friedrich habe hier in einer unzulässigen Weise die bis dato untergeordnete Landschaftsmalerei mit der hochangesehenen sakralen Kunst vereint und damit ein Tabu der Malerei gebrochen.

Malerei zwischen Naturalismus, Inszenierung und Idealisierung

Die Romantik fiel zusammen mit der Epoche des Klassizismus. Da diese Kunstform ebenfalls von Rationalität und Nüchternheit gekennzeichnet war, grenzten sich die Romantiker deutlich vom Klassizismus ab. Bei der Bildsprache aber waren sie immer noch nah bei der naturalistischen Darstellungsweise der Klassizisten. So war ein typisches Merkmal der Romantik, dass Mensch und Natur sehr natürlich dargestellt wurden, der Maßstab aber nie die Wirklichkeit war. Vielmehr diente die Malerei den romantischen Künstlern als Flucht aus der Realität. Die Natur und die Landschaften wurden idealisiert dargestellt, überhöht inszeniert und die Bildkomposition und die Perspektive einer träumerischen Vision angepasst. Schließlich sollte in die Gemälde auch immer das subjektive Empfinden des Künstlers einfließen. "Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht", lautete dazu der programmatische Satz von Caspar David Friedrich.