Akt

Die künstlerische Auseinandersetzung mit unbekleideten Körpern hat in Malerei, Skulptur und Fotografie eine lange Tradition. Künstler verschiedenster Epochen, darunter so große Namen wie Pablo Picasso, Egon Schiele, Ernst Ludwig Kirchner oder Gustav Klimt, schufen in ihrer Karriere ästhetische Aktbilder von Frauen und Männern.

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Akt

Der Akt – ein klassisches Bildthema von Malerei und Fotografie

Der Akt zählt in der Kunst zu den Bildthemen, die in fast allen Epochen der Malerei sowie der Fotografie bei Künstlern und Publikum gleichermaßen beliebt waren und immer noch sind. Bis heute ist der unbekleidete menschliche Körper eine Quelle für immer neue Formen der künstlerischen Auseinandersetzung und Interpretation. Die Ursprünge der Akt Kunst liegen in verschiedenen frühen Hochkulturen zum Beispiel in Ägypten, Griechenland oder Indien. In der europäischen Antike wurden vor allem Gottheiten wie Venus, Apoll oder Diana als Akte dargestellt. Auch im weiteren Verlauf der Kunstgeschichte beschränkte sich der Akt im Wesentlichen auf religiöse, mythologische und historische Motive. Erst ab etwa dem 19. Jahrhundert konnten sich in der Aktmalerei nach und nach auch weltliche Figuren etablieren. Bedeutende Fortschritte in der Maltechnik machte die Aktmalerei, als ab etwa der Renaissance das Studium des menschlichen Körpers und seine Abbildung fester Bestandteil der Ausbildung an Kunstakademien wurde. Die Menschen ohne Kleidung posieren zu lassen, hatte zunächst ganz praktische Gründe. So waren die Proportionen des Körpers, vor allem die Muskulatur am besten erkennbar, um auf die Skulptur übertragen werden zu können. Ebenfalls große Veränderungen für den Akt in der Kunst brachte die Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert. Mit dieser neuen Technik ließen sich realistische Abbilder in sehr viel kürzerer Zeit herstellen. Außerdem waren die Kameras mobil und die Modelle mussten nicht mehr stundenlang regungslos verharren. Doch trotz der "Bilderflut", die mit dem Siegeszug der Fotografie einherging, konnte sich der Akt weiterhin in der Malerei behaupten.

Symbolik und Bedeutung von Aktbildern

Aktbilder erfüllen nicht nur als Kunstwerk ästhetische Ansprüche, sie sind auch ein Spiegel der Gesellschaft und können symbolische Bedeutungen tragen. An einem so brisanten Sujet wie dem nackten Körper lässt sich sehr genau ablesen, welche ästhetischen und moralischen Standards in einer Gesellschaft gelten. Außerdem spiegeln sich in den Aktdarstellungen auch immer die Schönheitsideale einer Epoche wider. Bestes Beispiel hierfür sind die üppigen Frauenfiguren des Peter Paul Rubens, der in seinen Gemälden das Frauenbild der Renaissance reproduzierte. Von vielen Künstlern wurden Akte aber auch symbolisch genutzt. Sie setzten sie als Sinnbild für Reinheit und Ursprünglichkeit ein, brachten auf diese Weise die Sinnesfreuden zum Ausdruck oder artikulierten eine Sehnsucht nach Freiheit. Dabei hat der Akt in der Kunstgeschichte auch öfters Skandale hervorgebracht. In vielen Gesellschaften der letzten Jahrhunderte war die öffentliche Zurschaustellung von nackten Menschen bereits eine Provokation. So sorgte zum Beispiel Georg Baselitz noch in den 1960er-Jahren in Deutschland für einen Eklat, als er in einer Ausstellung Männerakte präsentierte. Die Möglichkeit, mit Aktdarstellungen Skandale hervorzurufen, kam dem einen oder anderen Künstler aber auch sehr gelegen und wurde daher nicht selten strategisch eingesetzt, um sich in der Öffentlichkeit einen Namen zu machen.

Varianten der Darstellung von natürlich bis expressiv

Die Darstellungsweisen in der Aktmalerei veränderten sich parallel zu den Stilen der jeweiligen Epochen. Zwar blieb der menschliche Körper im Mittelpunkt, doch die Art und Weise der Abbildung variierte von natürlich über expressionistisch bis an die Grenze der Abstraktion. Beispiele für eine naturalistische Darstellung in der Akt Kunst sind die berühmten Renaissance-Werke "Die Erschaffung Adams" von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle und "Die Geburt der Venus" von Sandro Botticelli. Lange Zeit blieben die Künstler dieser an natürlichen Körperformen orientierten Malweise verbunden. Dies bedeutet aber nicht, dass sie reale und zeitgemäße Frauen- und Männertypen malten. Die oftmals mythologischen oder biblischen Figuren entsprangen vielmehr der Imagination der Künstler und orientierten sich an idealisierenden Vorgaben. Erst mit dem Impressionismus und dem Expressionismus wendeten sich die Künstler mehr und mehr von den Vorbildern der Wirklichkeit ab. Es ging nicht mehr darum, den Körper an sich zu porträtieren, sondern die Körpersprache und den Ausdruck zu erfassen. Edvard Munch etwa schuf mit seiner berühmten "Madonna" im Jahr 1894 einen Meilenstein der Kunstgeschichte, in dem bereits erste expressionistische Züge erkennbar waren. Auch Pablo Picasso hatte sich 1907 mit seinem Schlüsselwerk "Demoiselles d`Avignon" von der natürlichen Darstellungsform verabschiedet. Mitte des 20. Jahrhunderts präsentierten die Künstler der Pop-Art dann neue Interpretationen des Sujets, zum Beispiel Tom Wesselmann mit seiner Serie der "Great American Nudes" oder Mel Ramos mit seinen "Commercial Pin-Ups". In der im 20. Jahrhundert zunehmend populärer werdenden Fotografie gehörten auch Aktaufnahmen wie selbstverständlich zum Portfolio vieler Künstler, zum Beispiel von Man Ray oder Helmut Newton. Bis heute gehören das Akt Foto und die Aktmalerei zum Standard vieler Künstler und Ausstellungen.