Porträts

Bei der Porträt Malerei steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Seit Jahrhunderten gehören Porträts zum Standardrepertoire der Malerei. Alle Stile und Epochen haben ihre eigenen Interpretationen dieses Genres hervorgebracht und die Darstellungsweisen reichen von naturalistisch bis expressiv.

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Porträts

Die Porträt Malerei: Der Mensch im Mittelpunkt

Bei einem Porträtbild steht in der Regel eine Person im Mittelpunkt. Andere Bildgegenstände oder Landschaften dienen nur als Bildhintergrund oder Staffage und sollen nicht von der Person ablenken. Lange Zeit war es nur einem kleinen Kreis von Menschen vorbehalten, in Porträts abgebildet zu werden. So wurde die Mehrzahl der Porträt Bilder bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem vom Adel, von Herrschern, vom Klerus sowie von Menschen, die aufgrund ihres sozialen Rangs oder einer besonderen Tat würdig erschienen, angefertigt. Dies hing mit der Funktion von Porträts zusammen. Sie dienten dazu, Personen zu ehren oder bei ihrer Abwesenheit oder nach ihrem Tod an sie zu erinnern. Außerdem wurden mit Porträts verschiedene Leistungen zum Beispiel im Krieg oder im Sport gewürdigt. Zudem erfüllen Porträt Bilder bis heute vielfach repräsentative Zwecke. So ziert das Konterfei von Staatsoberhäuptern manches Gebäude oder auch Geldscheine und Münzen. Ab dem 19. Jahrhundert öffnete sich die Porträt Kunst auch für alle anderen gesellschaftlichen Schichten. Außerdem musste ein Porträt nicht mehr notwendigerweise eine reale Person abbilden, sondern konnte auch fiktive Motive zeigen. Zu einem eigenen Genre entwickelten sich die Selbstporträts von Künstlern, denn die Maler hatten immer die Freiheit und die Möglichkeit, sich selbst abzubilden. Berühmte Selbstporträts stammen u.a. von Albrecht Dürer, Vincent van Gogh oder Max Beckmann.

Bildausschnitt und Blickwinkel: Zwei Kategorien von Porträt Bildern

Wie die Menschen in Porträts dargestellt werden, steht immer im engen Zusammenhang mit den technischen Möglichkeiten und den jeweils aktuellen Kunst-Trends in einer Epoche. So folgten im Alten Ägypten die Porträts noch standardisierten Idealtypen, spätestens mit der Renaissance setzte sich eine zunehmend natürliche Darstellungsweise durch und ab dem 20. Jahrhundert übten Expression und Abstraktion ihren Einfluss aus. Ganz allgemein lassen sich die Porträt Gemälde nach zwei Kategorien unterscheiden, dem Bildausschnitt und der Haltung des Kopfes bzw. dem Blickwinkel des Modells. Die verschiedenen Kategorien des Bildausschnitts beschreiben, in welchem Umfang das Modell im Porträt abgebildet ist. So zeigt eine "Ganzfigur" die Person vollständig von Kopf bis Fuß. Als "Halbfigur" bezeichnet man ein Porträt vom Oberkörper bis zur Taille. Bei einer "Büste" sind der Kopf und der Schulteransatz zu sehen, bei einem "Kopfbild" ausschließlich das Gesicht. Die zweite Kategorie für Porträt Gemälde bezieht sich auf die Haltung des Kopfes und den Blickwinkel des Modells. Hier wird im Wesentlichen unterschieden zwischen der Frontalansicht, dem Viertelprofil und dem Profil von der Seite. Auch Abbildungen, in denen Personen von hinten gezeigt werden und das Gesicht nicht zu sehen ist, können als Porträt bezeichnet werden.

Porträt Gemälde – nicht immer ein naturgetreues Abbild der Menschen

Neben diesen beiden grundsätzlichen Gattungen unterscheiden sich die Porträts weiterhin in der ihrer Abbildtreue zum Modell. Häufig wird einem Porträtbild unterstellt, das es den Menschen 1:1 abbilden soll, doch bei der Mehrzahl der Porträts ist davon auszugehen, dass dies nicht der Fall ist. Hierfür lassen sich verschiedene Gründe anführen. Zunächst ist es mit Blick auf die Maltechnik außerordentlich schwierig, einen Menschen naturgetreu in einem Gemälde wiederzugeben. Es ist außerdem auch nicht immer gewollt, denn wie bei anderen Motiven auch ist das Porträtbild immer eine Interpretation der Realität. Jeder Maler wählt für sich eine Malweise, um die Charakterzüge, die er hervorheben möchte, im Gemälde zum Ausdruck zu bringen. So entfernten sich die Expressionisten mitunter deutlich von ihren Modellen, ebenso die Kubisten. Auf der anderen Seite haben sich viele Porträt Künstler auf fotorealistische Arbeiten spezialisiert, die einem Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen. Aber auch die Funktion von Porträts beeinflusst ihre Nähe zur Realität. In der Antike wurden viele Porträts angefertigt, um Personen zu ehren. Zu diesem Zweck wurden zum Beispiel Könige und Herrscher oftmals idealisiert dargestellt. Zu dieser Zeit, aber auch noch heute, wird mit vielen Porträts versucht, eher dem Modell zu schmeicheln, als seine wahre Physiognomie abzubilden.