Idealismus / Realismus

Der Realismus war eine Epoche im Europa des 19. Jahrhunderts. Seine Künstler hatten sich zum Ziel genommen, die Wirklichkeit möglichst unverfälscht darzustellen. Zu den häufigen Bildthemen des Realismus gehören bürgerliche Gesellschaften, aber auch der Alltag von Arbeitern und Bauern.

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Idealismus / Realismus

Die Malerei des Realismus: Abbilder der Wirklichkeit

In der bildenden Kunst wird mit dem Begriff Realismus eine Stilrichtung bezeichnet, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hatte. Die Realismus Kunst gilt als Gegenströmung zum Klassizismus und zur Romantik und verbreitete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas. Die Künstler des Realismus zielten nicht nur auf eine abbildhafte Darstellungsweise ab, sondern proklamierten eine vollständig neue Kunstphilosophie. In den Augen der Realismus Künstler sollten die Kunstwerke die Wirklichkeit so unverfälscht wie möglich darstellen – auch im Sinne einer gesellschaftlichen und politischen Botschaft. Wichtige Realismus Künstler waren unter anderem Gustave Courbet, Jean-François Millet, Adolph von Menzel und Wilhelm Leibl. Auch im 20. und 21. Jahrhundert griffen Künstler immer wieder den Realismus auf und es entwickelten sich zahlreiche Spielarten, wie Pop-Art, Sozialistischer Realismus, Nouveau Réalisme oder Fotorealismus.

Im Realismus wurde nichts verklärt oder beschönigt

Die wichtigsten Realismus Merkmale zeigen sich in der Darstellungsweise. Der Realismus hatte sich in der Kunst in scharfer Abgrenzung zu den vorangegangenen Epochen entwickelt. Die Realismus Künstler strebten eine möglichst große Nähe zur Wirklichkeit an. Nichts an den Bildgegenständen sollte geschönt dargestellt werden. Damit verbunden war auch eine große Detailtreue, mit der der Anspruch an eine realistische Abbildung unterstrichen wurde. Damit unterschied sich der Realismus deutlich von Romantik und Klassizismus, in denen eine idealisierte und glorifizierende Darstellungsweise bevorzugt wurde. Mit der Abkehr von jeder beschönigenden Malweise wurde im Realismus auch in Kauf genommen und sogar beabsichtigt, dass die Gemälde mitunter auch hässliche oder auch vermeintlich sehr banale Motive und Szenen zeigten. Auch bei der Wahl der Farbpalette wollten die Realismus Künstler nicht zur Verklärung beitragen. Sie verwendeten meist gedeckte Farbtöne und unterstrichen damit die Sachlichkeit ihrer Werke.

Zurück zum Alltag: Die Motive der Realismus Kunst

Die Realismus Künstler sahen ihren Auftrag darin, die gesellschaftliche Realität in ihren Gemälden so gut es geht wiederzugeben. Dies betraf neben der sachlichen Malweise auch die Wahl der Motive. So gehört es zu einem wichtigen Merkmal des Realismus, dass bevorzugt der Alltag der bürgerlichen, aber auch der ländlichen Bevölkerung gezeigt wurde. So malten die Realismus Künstler sowohl feine Gesellschaften als auch einfache Menschen bei der Arbeit auf dem Feld oder in der Küche. Auch Tierbilder und Landschaftsbilder wurden in einer fast dokumentarischen Art und Weise gemalt. Als verpönt galten bei den Künstlern des Realismus sowohl die lange sehr beliebte Historienmalerei als auch die Abbildung von Vertretern von Adel und Klerus sowie von erfundenen Landschaften oder Situationen. Der Maßstab war immer, dass ein Motiv der tatsächlichen Lebenswelt entsprechen solle.

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