Abstrakte Bilder

Kaum ein Stil oder eine Epoche hat die bildende Kunst so grundlegend und nachhaltig verändert wie die Abstraktion. Alle konkreten Gegenstände verschwanden aus den Werken oder wurden sehr stark verfremdet. Mit der gegenstandslosen Kunst eröffneten sich für die Künstler völlig neue Möglichkeiten: Sie hatten absolute Freiheit bei der Bildkomposition und ließen nun Farben, abstrakte Formen und Materialien sprechen.

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Abstrakte Malerei

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich mit der Abstraktion eine Bewegung, die die Malerei revolutionieren und die Kunst der klassischen Moderne maßgeblich prägen sollte. Die Hauptaufgabe der Malerei bestand bis zu diesem Zeitpunkt vornehmlich in der möglichst naturgetreuen Abbildung der Realität, zum Beispiel von Landschaften, Personen oder Architektur. Zwar gab es z.B. im Impressionismus bereits vorher erste Bestrebungen, den strikten Realismus und den Naturalismus aufzugeben, dennoch hatten die Motive in den Gemälden immer ihren Ursprung in der Lebenswirklichkeit der Künstler. Dieser Bezug zur Realität sollte mit dem Einzug der Abstraktion in die Malerei verschwinden. An die Stelle realer Objekte rückten nun Farben, Formen und Materialien als Ziel und Mittelpunkt der Bildkomposition. Bei der Formgebung herrschte in der gegenstandslosen Kunst fortan völlige Freiheit. Zwar finden sich durchaus vertraute geometrische Objekte wie Kreise, Quadrate und Dreiecke, viele Künstler verzichteten aber bewusst gänzlich auf nachvollziehbare Strukturen und arbeiteten impulsiv und ohne klare Linienführung. Auch die Farben erhielten in den abstrakten Gemälden mehr Raum und wurden in großen Flächen zelebriert, expressiv in mehreren Schichten auf die Leinwand gebracht oder kontrastreich gegenübergestellt. Darüber hinaus experimentierten die abstrakten Künstler mit neuen Techniken, Materialien und optischen Effekten und ließen Elemente von Assemblage, Collage, Relief, Wischtechnik sowie anderen Formen des Farbauftrags in die Malerei einfließen.

Auch in der Motivation und den zugrundeliegenden theoretischen Konzepten deutete sich ein Paradigmenwechsel an. Ein abstraktes Bild sollte die Darstellung spiritueller oder philosophischer Konzepte ermöglichen und der freien Umsetzung von allen Emotionen, Gedanken und Visionen ohne das Korsett einer definierten Formgebung dienen. Aber auch Arbeiten, die strikten mathematischen Konzepten folgten oder eine auf reiner Theorie basierende Gestaltung eines Bildes waren plötzlich möglich. Als "Manifest der Abstraktion" gilt heute die Schrift "Über das Geistige in der Kunst", die Wassily Kandinsky 1911 veröffentlichte. Hier erklärte er Farben und Formen zu den wichtigsten gestalterischen Elementen der Malerei. Die Kunst müsse der Gefühlswelt des Künstlers Ausdruck verleihen können, das "Prinzip der inneren Notwendigkeit" sei maßgeblich für jedwedes künstlerische Handeln.

Der Bruch mit den herrschenden Regeln der Malerei traf anfänglich bei vielen Zeitgenossen noch auf erbitterten Widerstand. Bald wurde man sich aber des bahnbrechenden Charakters der Abstraktion bewusst und es setzte sich die Erkenntnis durch, dass es ohne sie die notwendige Erweiterung und Erneuerung der Malerei im 20. Jahrhundert nicht gegeben hätte. Heute umfasst der Oberbegriff der Abstrakten Kunst bzw. der Abstrakten Malerei eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Stilrichtungen. Zu den wichtigsten Varianten der abstrakten Malerei gehören der Abstrakte Expressionismus, die geometrische Abstraktion, die Analytische Malerei, der Konstruktivismus, der Suprematismus und das Informell. Viele Künstler der Abstraktion wurden weltberühmt und ihre Werke werden bis heute hoch gehandelt. Zu den bekanntesten abstrakten Malern gehören Robert Delaunay, Lucio Fontana, Wassily Kandinsky, Willem de Kooning, El Lissitzky, Kasimir Malewitsch, Joan Miró, Jackson Pollock oder Piet Mondrian.

Hier bei ars mundi finden Sie in der Rubrik der Abstrakten Malerei eine große Auswahl von abstrakten Bildern aus dem 20. Jahrhundert bis hin zu aktuellen, zeitgenössischen Arbeiten. Vertreten sind hier hochwertige Reproduktionen von bekannten Motiven, aber auch zahlreiche Originale - sowohl von bekannten Namen der Kunstszene als auch von einigen Newcomern.