Barock / Rokoko

Aus Barock und Rokoko gingen einige der prunkvollsten Kunstwerke der Kunstgeschichte hervor. War das Barock sowohl inhaltlich als auch in der Darstellungsweise noch voller Pathos und Dramatik, setzten sich im Rokoko leichtere Bildthemen und eine hellere Farbpalette durch.

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Barock / Rokoko

Barock und Rokoko: Europa im Zeichen einer prachtvollen Kunst

Die Epochen Barock und Rokoko folgten in Europa auf die Renaissance. Das Barock hatte sich am Ende des 16. Jahrhunderts in Italien entwickelt und weitete sich im 17. Jahrhundert auf fast ganz Europa aus. Besonders populär wurde dieser Stil in Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland, Österreich sowie in den Niederlanden. Das Barock hatte Einfluss auf alle bildenden Künste. In Architektur, Malerei und Bildhauerei setzten sich farbstarke und opulente Gestaltungsweisen durch. Die Barock Kunst beeindruckte durch ihren naturalistischen Detailreichtum, ihre verspielten Verzierungen, ihre prunkvollen Ornamente und teils sehr wertvollen Materialien. Auch ein ausgeprägtes Pathos und eine gewisse Theatralik waren typische Merkmale des Barock. Bei der Gestaltung von Kirchen oder Schlössern wurde oftmals alles im barocken Stil in Einklang gebracht – von der Architektur über die Wandmalereien bis zur Inneneinrichtung. Abgelöst wurde das Barock vom Rokoko. Dieser Stil folgte in der Darstellungsweise immer noch dem Naturalismus, doch die Rokoko Bilder waren in ihrer Grundstimmung deutlich leichter, freundlicher und weniger pathetisch. Beide Epochen brachten wichtige Maler der Kunstgeschichte hervor, zum Beispiel Jan Brueghel, Michelangelo da Caravaggio, Rembrandt van Rijn oder Jan Vermeer.

Merkmale der Barock Malerei

Die Malerei im Barock brachte Veränderungen sowohl in Hinsicht auf die Bildthemen als auch auf die künstlerische Gestaltung. Die schon fast sprichwörtliche Opulenz des Barock fand auch in der Malerei ihren Ausdruck. Die Barock Künstler waren grundsätzlich einer naturalistischen Darstellungsweise verpflichtet, stellten die Proportionen und Gesten aber mitunter etwas übersteigert dar. Außerdem versuchten sie, durch Perspektive, Licht und Schatten den Eindruck von Dreidimensionalität zu erwecken. Mit starken Kontrasten, einer sehr breiten Farbpalette und einer dynamischen Bildkomposition unterstützten die Barock Maler den imposanten Charakter ihrer Gemälde. Auch hinsichtlich der Bildthemen richtete sich die Malerei dieser Epoche neu aus. Die Barock Bilder zeigten jetzt neben den sakralen vermehrt auch weltliche Motive. Typische Barock Motive waren zum Beispiel Szenen aus dem Alltag der Menschen, ausdrucksstarke Porträts oder atmosphärische Landschaften. Auch fantastische und mythologische Themen wurden in theatralischen und dramatischen Szenen aufgegriffen.

Die neue Leichtigkeit im Rokoko

Ab Anfang des 18. Jahrhunderts hatte sich aus dem Barock das Rokoko entwickelt. Die Veränderungen in der Malerei betrafen vor allem die Bildmotive. Die Rokoko Gemälde wiesen nicht mehr das große Pathos und die Theatralik auf, wie sie noch für die Barock Bilder charakteristisch waren. Vielmehr wurde die Grundstimmung in den Rokoko Bildern leichter und weniger dramatisch. Alles erschien spielerischer und unbeschwerter. Die Landschaftsgemälde zeigten ungetrübte idyllische Impressionen, die Gesellschaftsszenen wurden heiterer und auch sinnliche Akte wurden immer beliebter. Zudem wagten die Rokoko Künstler auch erste Karikaturen mit satirischen Tönen. Die inhaltliche Neuausrichtung spiegelte sich auch in der Gestaltungsweise. Die Rokoko Künstler verwendeten vermehrt Pastellfarben in weichen und zarten Tönen. Insgesamt hellte sich der gesamte Bildeindruck durch die lichten und transparenten Farben auf.