Philipp Bauknecht

Philipp Bauknecht (1884–1933) zählt zu den eigenständigen Vertretern des deutschen Expressionismus. Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart ließ er sich um 1910 aus gesundheitlichen Gründen in Davos nieder. Bauknechts besondere Stellung ergibt sich aus der Verbindung von handwerklicher Ausbildung, alpiner Lebenswelt und expressiver Farbgestaltung.

Anders als viele Künstler seiner Generation entwickelte er seine Bildsprache weitgehend abseits der großen Kunstzentren. Die alpine Landschaft und das Leben der Bergbevölkerung wurden in Davos zu den zentralen Themen seines Schaffens. Mit kräftigen Farben, vereinfachten Formen und expressiver Linienführung entwickelte Bauknecht eine unverwechselbare Bildsprache, die sich eigenständig neben der Kunst seines Zeitgenossen Ernst Ludwig Kirchner behauptet.

Am 26. Februar 1933 verstarb Bauknecht während einer Operation in Davos. Trotz seines frühen Todes hinterließ er ein bedeutendes Werk aus Gemälden, Aquarellen und Holzschnitten. Heute wird Bauknecht insbesondere als wichtiger Vertreter des alpinen Expressionismus wiederentdeckt und ist mit seinen Arbeiten in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Eine besonders wichtige Neubewertung seines Werkes erfolgte mit der Ausstellung "Philipp Bauknecht – Davoser Bergwelten im Expressionismus", die 2014 im Museum Würth in Künzelsau und anschließend 2014/15 im Kirchner Museum Davos gezeigt wurde. Die Ausstellung stellte Bauknechts eigenständige Bedeutung innerhalb des alpinen Expressionismus heraus. Auch am internationalen Kunstmarkt hat Philipp Bauknecht in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das derzeit herausragende öffentlich dokumentierte Auktionsergebnis ist CHF 165.000 für "Alte Bäuerin mit Hühnern", das 2021 bei Koller in Zürich erzielt wurde.

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