Etha Richter
Etha Richter wurde 1883 in Dresden geboren und starb dort 1977. Sie war Bildhauerin, Zeichnerin und Malerin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Tierplastiken.
Da Frauen zu dieser Zeit nicht an der Dresdner Kunstakademie studieren durften, besuchte Richter drei Jahre lang als erste weibliche Hörerin die Tierärztliche Hochschule Dresden. Dort beschäftigte sie sich mit Anatomie und Tierbeobachtung. Zusätzlich erhielt sie privaten Bildhauerunterricht bei Robert Diez.
Ab 1903 wurden ihre Arbeiten vom sächsischen Staat angekauft. Richter fertigte vor allem Plastiken von Tieren wie Affen, Hunden, Katzen und Raubtieren an. In den 1920er-Jahren unterrichtete sie Zeichnen an der Kunstschule „Der Weg“ in Dresden.
1927 heiratete sie den Veterinär und Tieranatomen Hans Richter. Von 1934 bis 1940 lebte sie mit ihm in Ankara und unterrichtete dort Tierzeichnen. Nach ihrer Rückkehr nach Dresden arbeitete sie weiterhin als Künstlerin und Lehrerin. Bei der Zerstörung Dresdens 1945 verlor sie etwa 500 Arbeiten.
Etha Richter starb 1977 in Dresden. Sie gilt als eine der bedeutenden deutschen Tierbildhauerinnen des 20. Jahrhunderts.