Bild "8.23 h" (2010)
Bild "8.23 h" (2010)
Kurzinfo
Limitiert, 100 Exemplare | nummeriert | signiert | datiert | betitelt | Ditone-Print auf Büttenkarton | gerahmt | Format 47 x 58 cm
Detailbeschreibung
Bild "8.23 h" (2010)
Mit "8.23 h" präsentiert Norbert Bisky eine seiner charakteristisch vieldeutigen Bildwelten, in der Körper scheinbar schwerelos durch einen abstrakten Raum stürzen, schweben oder tanzen. Die leuchtende Farbigkeit - dominiert von satten Orange-, Grün- und Blautönen - kontrastiert bewusst mit der inhaltlichen Unschärfe des Geschehens: Sind die Figuren dem freien Fall überlassen, Teil eines Traums oder einer sozialen Metapher? Die Szene erinnert an einen Moment des Kontrollverlusts, eingefroren in der präzisen Komposition eines Augenblicks. Die Uhrzeit im Titel - "8.23 h" - suggeriert eine konkrete Tageszeit, möglicherweise den Moment des Erwachens, des Umbruchs oder des Absturzes. Wie oft in Biskys Werk treffen formalästhetische Klarheit und erzählerische Ambiguität aufeinander.
Norbert Bisky greift in seinen Arbeiten oft Themen wie Identität, Freiheit, Gewalt und Utopie auf - stets in einer farblich expressiven und formsprachlich zugänglichen Handschrift. Das Werk lädt den Betrachter ein, Haltlosigkeit nicht nur als existenzielle Bedrohung, sondern auch als Zustand der Möglichkeit zu begreifen - poetisch, kritisch und voller visueller Energie.
Ditone-Print, 2010. Auflage: 100 Exemplare + 20 A.P.-Exemplare auf Büttenkarton, nummeriert, signiert, datiert und betitelt. Motivgröße/Blattformat 30 x 40 cm. Format im Rahmen 47 x 58 cm wie Abbildung.
Hersteller: ars mundi Edition Max Büchner GmbH, Bödekerstraße 13, 30161 Hannover, Deutschland, [email protected]
Über Norbert Bisky
Träume und Albträume auf Leinwand gebannt
"Auf dem internationalen Kunstmarkt werden dem Maler seine bösen Buben in Öl aus der Hand gerissen, in Deutschland begegnet man ihm zurückhaltender und kritischer.", schrieb der Focus 2007 über Norbert Bisky. Für seine Bilder blonder, athletischer Jünglinge, deren harmonische Art und Weise der Darstellung im Gegensatz zum Bildgeschehen steht, ist Bisky international bekannt geworden und gilt als einer der einflussreichsten Maler der neuen Figuration. Anfangs wurden seine Werke jedoch oft missgedeutet. Das New Yorker Museum of Modern Art sammelt Biskys, ebenso das Kölner Museum Ludwig und das koreanisch Nationalmuseum in Seoul.
Bisky (*1970), der in der DDR aufwuchs, ist geprägt durch die Bilderflut des Sozialismus und wurde von Georg Baselitz, dessen Student und Meisterschüler er war, bestärkt, sich mit den Bildern seiner Kindheit auseinanderzusetzen. Zu weiteren Einflüssen zählen die spanischen Meister Francisco de Goya, Francisco de Zurbarán und Jusepe de Ribera, die er während seiner Zeit in Spanien im Madrider Prado intensiv studierte. Ihre Wirkung auf Biskys Kunstschaffen wird besonders sichtbar in den Arbeiten, die der Künstler seit 2010 in seiner "schwarzen Phase" malte. Durch persönliche Erfahrungen von Tod und Terror gleichen sich Bildinhalte und ihre Darstellung an, so dass die farbfrohe, strahlende Tonalität seiner Arbeiten einer schwarzen Palette weicht.
Inzwischen geht Biskys künstlerisches Schaffen über die Malerei hinaus, so integriert er seine malerischen Werke immer öfter in aufwendige, raumspezifische Installationen. 2013 gestaltete Bisky das Bühnenbild für eine Produktion des Staatsballetts Berlin. Von 2008 bis 2010 war Bisky Gastprofessor an der Genfer Kunstakademie.2015 tauschte Norbert Bisky für drei Monate sein Berliner Atelier mit dem israelischen Künstler Erez Israeli, um inspirierende Neueindrücke zu sammeln und einen persönlichen Beitrag für die Schau "Dämmerung über Berlin" zu leisten, die die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren würdigte.
Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.
Bereich der Grafik, der die künstlerischen Darstellungen umfasst, die durch verschiedene Drucktechniken vervielfältigt werden.
Druckgrafische Techniken sind u.a. Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Lithografie, Serigrafie.