Bild "Studie eines schlafenden Boxers" (1956) (Unikat)
Bild "Studie eines schlafenden Boxers" (1956) (Unikat)
Kurzinfo
Unikat | datiert | Kreide und Bleistift auf Papier | gerahmt | Format 37 x 44 cm
Detailbeschreibung
Bild "Studie eines schlafenden Boxers" (1956) (Unikat)
Schwarze Kreide über Bleistift auf Papier, 1915. Datiert: 20.09.15. Motivgröße/Blattformat 20 x 26,8 cm. Format im Rahmen 37 x 44 cm.
Hersteller: ars mundi Edition Max Büchner GmbH, Bödekerstraße 13, 30161 Hannover, Deutschland, [email protected]
Über Renée Sintenis
Renée Sintenis, mit bürgerlichem Namen Renate Alice Sintenis, wurde 1888 in Glatz in Schlesien geboren.
Da Frauen bis 1915 der Zugang zu den Kunstakademien verwehrt blieb, studierte Sintenis ab 1907 an der privaten Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums dekorative Plastik bei dem Bildhauer Wilhelm Haverkamp.Auf Drängen ihrer Familie musste sie das Studium allerdings abbrechen, um eine Ausbildung als Sekretärin in der väterlichen Anwaltskanzlei zu beginnen.
Um sich diesem ungeliebten Beruf zu entziehen, entschied sie sich, das Elternhaus zu verlassen, und arbeitete fortan als Autodidaktin: Neben Tierplastiken schuf sie weibliche Figuren sowie Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken.
Ab 1913 nahm Renée Sintenis an zahlreichen Ausstellungen teil und ihre zumeist kleinen Tierskulpturen wurden vom Publikum hochgeschätzt. Ihren künstlerischen Durchbruch hatte Sintenis 1917, beispielsweise empfahl Rainer Maria Rilke ihre Arbeiten dem Kunstsammler und Bankier Karl von der Heydt.
Jedoch wird auch das weibliche Rollenverständnis jener Zeit in der Aussage des Kunsthistorikers Julius Meier-Graefe deutlich: "Diese ist Künstlerin, weil sie weiblich bleibt, also kindhaft. Dinger aus dem Spielkasten setzt sie hin." Ihr ging es aber in keinster Weise darum, "Dinge aus dem Spielkasten" anzufertigen – vielmehr hegte sie eine große Abscheu gegen das Monumentale und Einschüchternde, das den zahlreichen Großplastiken ihrer männlichen Kollegen innewohnte und an vielen Plätzen im öffentlichen Raum zu sehen war.
In dem Magazin "Querschnitt" des berühmten Berliner Galeristen Alfred Flechtheim stand 1922 das perfekte Rezept für einen seiner Festbälle: "Man nehme sehr viele schöne Frauen, fünf Mitglieder der Haute-Banque, mehrere andere Bankiers, je fünf prominente Schauspielerinnen, Tänzerinnen und mehrere berühmte Rechtsanwälte, Dichter, Parlamentarier, Frauenärzte, Boxer, etwas von der Konfektion, die Sintenis und die Hatvany."
Renée Sintenis war eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bildhauerinnen der 1920erund 30er-Jahre. Sie ist auch diejenige Künstlerin, die dem prominenten Berliner Bären seine Gestalt verlieh. Dieser wird jährlich in verkleinerter Form im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin, der "Berlinale", in Silber und Gold gegossen an die Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.
Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).
Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.