Bild "Blumenstillleben" (1918) (Unikat)
Bild "Blumenstillleben" (1918) (Unikat)
Kurzinfo
Unikat | signiert | gestempelt | bezeichnet | Öl auf Leinwand | gerahmt | Format 55 x 41 cm
Detailbeschreibung
Bild "Blumenstillleben" (1918) (Unikat)
Das hier angebotene Blumenstillleben aus dem Jahr 1918 zählt zu den charakteristischen Arbeiten Philipp Bauknechts, in denen sich seine Nähe zum Expressionismus und seine eigenständige Farbauffassung eindrucksvoll manifestieren. In dichter, pastoser Malweise entfaltet sich ein pulsierendes Arrangement aus stilisierten Blüten und üppigem Blattwerk. Leuchtende Rot-, Gelb- und Grüntöne stehen in spannungsvollen Kontrasten zueinander und verleihen der Komposition eine besondere Dynamik. Bauknecht verzichtet bewusst auf eine naturalistische Wiedergabe zugunsten einer emotional gesteigerten Farb- und Formensprache. Die Blüten erscheinen weniger als botanisch präzise Studien denn als autonome Farbträger, die den Bildraum strukturieren und zugleich energetisch aufladen.
Besonders bemerkenswert ist die auf der Rückseite erhaltene Malereiskizze, die einen seltenen Einblick in den künstlerischen Arbeitsprozess gewährt. Das Gemälde steht exemplarisch für Bauknechts Fähigkeit, traditionelle Gattungen wie das Stillleben in eine moderne, subjektiv geprägte Bildsprache zu überführen. Es verbindet die dekorative Darstellung mit einer expressiven Intensität und dokumentiert eindrucksvoll die künstlerische Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit.
Öl auf Leinwand, 1918. Signiert. Rückseitig auf Rahmen gestempelt "Galerie Monet, J. P. Smid, Amsterdam". Mit rückseitiger Malereiskizze und bezeichnet "47". Format 37,5 x 23,5 cm. Format im Rahmen 55 x 41 cm wie Abbildung.
Hersteller: ars mundi Edition Max Büchner GmbH, Bödekerstraße 13, 30161 Hannover, Deutschland, [email protected]
Über Philipp Bauknecht
Philipp Bauknecht (1884–1933) zählt zu den eigenständigen Vertretern des deutschen Expressionismus. Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart ließ er sich um 1910 aus gesundheitlichen Gründen in Davos nieder. Bauknechts besondere Stellung ergibt sich aus der Verbindung von handwerklicher Ausbildung, alpiner Lebenswelt und expressiver Farbgestaltung.
Anders als viele Künstler seiner Generation entwickelte er seine Bildsprache weitgehend abseits der großen Kunstzentren. Die alpine Landschaft und das Leben der Bergbevölkerung wurden in Davos zu den zentralen Themen seines Schaffens. Mit kräftigen Farben, vereinfachten Formen und expressiver Linienführung entwickelte Bauknecht eine unverwechselbare Bildsprache, die sich eigenständig neben der Kunst seines Zeitgenossen Ernst Ludwig Kirchner behauptet.
Am 26. Februar 1933 verstarb Bauknecht während einer Operation in Davos. Trotz seines frühen Todes hinterließ er ein bedeutendes Werk aus Gemälden, Aquarellen und Holzschnitten. Heute wird Bauknecht insbesondere als wichtiger Vertreter des alpinen Expressionismus wiederentdeckt und ist mit seinen Arbeiten in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
Eine besonders wichtige Neubewertung seines Werkes erfolgte mit der Ausstellung "Philipp Bauknecht – Davoser Bergwelten im Expressionismus", die 2014 im Museum Würth in Künzelsau und anschließend 2014/15 im Kirchner Museum Davos gezeigt wurde. Die Ausstellung stellte Bauknechts eigenständige Bedeutung innerhalb des alpinen Expressionismus heraus. Auch am internationalen Kunstmarkt hat Philipp Bauknecht in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das derzeit herausragende öffentlich dokumentierte Auktionsergebnis ist CHF 165.000 für "Alte Bäuerin mit Hühnern", das 2021 bei Koller in Zürich erzielt wurde.
Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).
Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.