(Videolänge: 2:08 min.)
Egon Schiele: "Kauernde"
Egon Schiele war bekannt für seine direkte und mitunter schonungslose Bildsprache. Dadurch erlaubte er es aber auch, seinen Charakteren ungewöhnlich nahe zu kommen. Auch sein Gemälde "Kauernde" aus dem Jahr 1918 zeigt eine junge Frau in einem sehr privaten Moment. Auf dem Boden sitzend, ist ihr Blick ins Leere gerichtet. Sie wähnt sich unbeobachtet und erscheint völlig in sich gekehrt.
Für dieses kraftvolle Porträt mit schwarzer Kreide auf Papier benötigte Egon Schiele nur wenige zeichnerische Mittel. Er definierte mit klaren Linien lediglich die wichtigen Konturen und ergänzte diese nur durch einige Schraffuren. In ihrer schlichten, aber ausdrucksstarken Art repräsentiert Schieles "Kauernde" auf eindrucksvolle Weise den Expressionismus am Beginn des 20. Jahrhunderts
Egon Schiele: "Der Häuserbogen (Inselstadt)"
(Videolänge: 1:35 min.)
Neben den Akten gehörten Städteansichten zu Egon Schieles zentralen Motiven. In seinem Gemälde "Der Häuserbogen" aus dem Jahr 1915 zeigt er eine Ansicht der in Böhmen gelegenen Kleinstadt Krumau. Schiele rückt hier allerdings etwas vom realen Stadtbild ab. Er lässt einige Gebäude weg und konzentriert sich auf eine Gruppe dicht an dicht gebauter Häuser. Wie eine kleine Insel wird dieser Häuserbogen von der Flussschleife der dunkel gemalten Moldau umschlossen. Auch wenn Schiele hier gänzlich auf die Darstellung von Menschen verzichtet, hat die Szene ihre eigene Dynamik.
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