Die teuersten Gemälde der Welt

Die teuersten Gemälde der Welt

Autor: ars mundi, Veröffentlichkeitsdatum: 09/2026, Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Nicht nur die Kunstwelt, sondern die gesamte Öffentlichkeit horcht auf, wenn auf Auktionen Rekordsummen für Kunstwerke bezahlt werden – wie zuletzt im Jahr 2017 450 Millionen Dollar für das derzeit teuerste Gemälde aller Zeiten, Leonardo da Vincis "Salvator Mundi". Dieser Verkauf markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Trends hin zu immer höheren Auktionserlösen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die aktuell teuersten Gemälde der Welt vor. In diesem Zuge kommen Käufer und Kaufpreise sowie weitere interessante Fakten rund um die Kunstwerke zur Sprache.

Überblick: Liste der zehn teuersten Gemälde der Welt (Stand August 2026)

Aufgelistet sind hier nur Verkäufe, die im Zuge öffentlicher Auktionen erfolgten sowie Privatverkäufe, die zweifelsfrei belegt sind. Anonyme Privatverkäufe können wegen der unsicheren Verkaufssummen nicht berücksichtigt werden.

Platz Künstler Werk Preis in US-Dollar Verkaufsjahr
1 Leonardo da Vinci "Salvator Mundi" 450,3 Mio. 2017
2 Gustav Klimt "Bildnis Elisabeth Lederer" 236,4 Mio. 2025
3 Andy Warhol "Shot Sage Blue Marilyn" 195 Mio. 2022
4 Jackson Pollock "Number 7A, 1948" 181,2 Mio. 2026
5 Pablo Picasso "Les femmes d'Alger (Version "O")" 179,4 Mio. 2015
6 Amadeo Modigliani "Nu couché" 170,4 Mio. 2015
7 Roy Lichtenstein "Masterpiece" 165 Mio. 2017
8 Amadeo Modigliani "Nu couché (sur le côté gauche)" 157 Mio. 2018
9 Georges Seurat "Les Poseuses, Ensemble" 149,2 Mio. 2022
10 Francis Bacon "Three Studies of Lucian Freud" 142,4 Mio. 2013

Gut zu wissen – Auktion vs. Privatverkauf: Wenn von den teuersten Gemälden der Welt die Rede ist, werden üblicherweise nur diejenigen Werke berücksichtigt, die bei öffentlichen Auktionen verkauft wurden. Der Grund dafür ist, dass nur in diesen Fällen verlässliche Angaben zu den Kaufpreisen vorliegen.

Doch nicht alle Kunstwerke werden über öffentliche Versteigerungen in Auktionshäusern verkauft. Ein erheblicher Anteil – 2025 soll er bei fast 60 Prozent gelegen haben – wechselt über Privatverkäufe den Besitzenden. Unter dem Begriff der "Private Sales" werden verschiedene Formen der Transaktionen zusammengefasst. Häufig sind Auktionshäuser, Kunsthändler oder Galerien involviert. Diese stellen die Kontakte her und vermitteln zwischen Käuferinnen und Käufer und Verkäuferinnen und Verkäufer.

Aber auch der Verkauf ohne eine dritte Partei fällt darunter. Zahlreiche weltberühmte Werke wurden im privaten Rahmen verkauft. Bekannte Beispiele für "Private Sales" sind etwa "Die Kartenspieler" von Paul Cézanne, "Orange Marilyn" von Andy Warhol oder "Nafea Faa ipoipo" von Paul Gauguin. Da über den Kaufpreis zwischen den Handelspartnern üblicherweise Stillschweigen vereinbart wird, liegen in der Regel keine gesicherten Angaben dazu vor.

Die aktuell fünf teuersten Kunstwerke der Welt im Detail

Platz 1: Leonardo da Vinci – "Salvator Mundi"

Die Versteigerung beim Auktionshaus Christie's am 15. November 2017 ging in die Kunstgeschichte ein: An diesem Tag erzielte "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci (1452–1519) einen Erlös von 450 Millionen Dollar und wurde damit das teuerste Kunstwerk der Welt.

Auch viele Jahre nach der aufsehenerregenden Auktion wirft das 66 x 46 cm Zentimeter große Gemälde aber immer noch Fragen auf. So ist bis heute nicht eindeutig geklärt, in wessen Besitz es sich befindet. In der Auktion blieb der Käufer zwar anonym, doch nach heutigen Erkenntnissen soll es sich um Badr bin Abdullah, den Kulturminister des Königreichs Saudi-Arabien gehandelt haben. Dieser soll im Auftrag des Premierministers und Kronprinzen des Landes, Mohammed bin Salman, gehandelt haben. Bewiesen ist dies allerdings nicht.

Auch der derzeitige Aufbewahrungsort ist unbekannt. Darüber hinaus wurden immer wieder erhebliche Zweifel daran geäußert, dass das etwa aus dem Jahr 1500 stammende Werk tatsächlich von Leonardo da Vinci gemalt worden sei. Die Malweise sei nicht typisch für da Vinci, außerdem sei das Gemälde zu oft restauriert und übermalt worden, um die Handschrift des Künstlers zweifelsfrei feststellen zu können. Es sei durchaus möglich, dass ein Schüler das Bild gemalt habe und da Vinci nur einige Passagen hinzufügte. Gewissheit über die Urheberschaft gibt es bis heute nicht. Es ist also davon auszugehen, dass das teuerste Gemälde der Welt noch länger für Spekulationen und Schlagzeilen sorgen wird.

Platz 2: Gustav Klimt – "Bildnis Elisabeth Lederer"

Gustav Klimt (1862–1918) ist in der Liste der teuersten Gemälde der Welt gleich vier mal mit Werken vertreten, die für über 100 Millionen Dollar verkauft wurden. Spitzenreiter unter seinen Gemälden ist das "Bildnis Elisabeth Lederer", das im November 2025 für 236,4 Millionen Dollar den Besitzer wechselte. Der Käufer blieb in der Auktion anonym und ist bis heute unbekannt.

Das Gemälde aus dem Jahr 1916 repräsentiert eine besondere künstlerische Phase im Werk des Jugendstilmalers. Klimt hatte sich immer von verschiedenen Kulturen und Epochen inspirieren lassen, zum Beispiel der klassischen Antike oder ägyptischer Kunst. Bei "Bildnis Elisabeth Lederer" zeigte sich der Einfluss fernöstlicher Kunst, die Klimt ab etwa Mitte der 1910er-Jahre für sich entdeckt hatte. Er malte die junge Frau in einer chinesischen Drachenrobe und umrahmte sie mit einer Vielzahl an asiatisch anmutenden Figuren und Objekten.

Darüber hinaus hat das Gemälde auch einen Bezug zu Klimts Biografie. Bei der Frau im Bild handelt es sich um die Tochter von Serena und August Lederer. Die österreichische Industriellenfamilie hatte ihn über viele Jahre hinweg gefördert und seine Bilder in ihre Sammlung aufgenommen.

Platz 3: Andy Warhol – "Shot Sage Blue Marilyn"

"Shot Sage Blue Marilyn" gehört zu einer Serie von vier Siebdrucken des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Andy Warhol (1928–1987), die unter dem Namen "Shot Marilyn" berühmt wurde. 2022 wurde "Shot Sage Blue Marilyn" für 195 Millionen US-Dollar an den amerikanischen Kunsthändler Larry Gagosian verkauft. Über drei Jahre führte es damit die Liste der teuersten Gemälde der Welt an.

Der hohe Verkaufspreis dürfte nicht zuletzt auf die besondere Geschichte des Werkes zurückzuführen sein. Andy Warhol hatte 1964 eine Serie aus fünf Porträts von Marilyn Monroe geschaffen, die auf Siebdrucken eines Pressefotos der Hollywood-Ikone basiert. Die fünf Varianten hatte Warhol jeweils mit verschiedenen Farben koloriert. Zu ihrem legendären Status kam die Bilderserie nach einem Vorfall im Herbst des gleichen Jahres. Aus bis heute ungeklärtem Grund hatte die amerikanische Künstlerin Dorothy Podber Warhols Atelier mit einer Pistole betreten und auf die Monroe-Porträts geschossen. Die Kugel durchschlug vier von fünf Bildern, die im Nachgang als "Shot Marilyns" in die Kunstgeschichte eingehen sollten.

Die Originale der Serie entwickelten sich zu höchst beliebten Sammlerstücken und wurden für zwei- bis dreistellige Millionenbeträge gehandelt. Der Erlös der Versteigerung von "Shot Sage Blue Marilyn" ging an die gemeinnützige Thomas-und-Doris-Ammann-Stiftung in Zürich.

Mehr zu der Serie der "Shot Marilyns" lesen Sie in unserem Beitrag "Andy Warhols Marilyn – 10 Fakten zu den legendären Kunstwerken".

Platz 4: Jackson Pollock – "Number 7A, 1948"

Abstrakte Gemälde machen in der Liste der teuersten Gemälde der Welt nur einen vergleichsweise kleinen Anteil aus. Auf den amerikanischen Maler Jackson Pollock (1912–1956) entfallen aber gleich mehrere Werke. Von ihm stammt auch das derzeit teuerste abstrakte Gemälde.

Im Mai 2026 wurde sein gut 90 cm hohes und 3,30 Meter breites Werk "Number 7A, 1948" bei Christie's für rund 182 Millionen Dollar an einen unbekannten Bieter verkauft. Das Auktionshaus hatte im Vorfeld bei der Vorstellung des monumentalen Werks nicht an Superlativen gespart. Mit "Number 7A, 1948" werde man "Zeuge der Neuerfindung der Malerei". Pollocks Gemälde sei reine Ausdrucksform. Es komme gänzlich ohne narrative Elemente aus und entkoppele sich damit erstmals vollständig von den Konventionen der traditionellen Malerei.

Zweifelsohne gehört dieses Bild zu den Schlüsselwerken des Abstrakten Expressionismus. Pollock arbeitete hier mit der Drip-Painting-Technik, mit der er ab 1946 begonnen hatte zu experimentieren. In einem spontanen Prozess tropfte und schüttete er die Farben auf eine am Boden liegende Leinwand. Das daraus entstehende Geflecht aus Schlieren, Spritzern und Flecken entwickelt auch ohne figurative Objekte eine starke Präsenz und Dynamik. Mit "Number 7A, 1948", so resümierte Christie's, habe Pollock eines der ersten wahrhaft abstrakten Gemälde der Kunstgeschichte geschaffen.

Platz 5: Pablo Picasso – "Les femmes d'Alger (Version "O")"

Als "Les femmes d'Alger (Version "O")" von Pablo Picasso (1881–1973) im Jahr 2015 für 179,4 Millionen Dollar versteigert wurde, übertraf es den bisherigen Spitzenreiter, das Triptychon "Three Studies of Lucian Freud" von Francis Bacon, um rund 30 Millionen Dollar. Wer der neue Besitzer des Gemäldes ist, wurde nie öffentlich.

Das Werk bildet den Höhepunkt eines umfassenden Werkzyklus' von Picasso aus den Jahren 1954 und 1955. Zu der Serie "Les femmes d'Alger" gehören fünfzehn, von A bis O gekennzeichnete Ölgemälde sowie über 100 Zeichnungen und Druckgrafiken. Sie ist sowohl in Picassos Gesamtwerk als auch kunsthistorisch von größter Bedeutung. Pablo Picasso exerzierte hier das Prinzip der malerischen Variation auf die denkbar konsequenteste Art und Weise durch.

Als Inspiration diente ihm das Gemälde "Femmes d'Alger" von Eugène Delacroix (1798–1863). Picasso schätzte den französischen Maler der Spätromantik sehr und hatte dessen Werk im Louvre ausgiebig studiert. Doch er kopierte das Original nicht, sondern entwickelte auf dessen Grundlage zahlreiche Varianten. Dabei veränderte er immer wieder den Malstil, die Bildkomposition sowie die Perspektive oder konzentrierte sich auf einzelne Bildobjekte. Die fünfzehn Gemälde sind heute über verschiedene öffentliche und private Sammlungen verteilt.

Berühmt, aber ohne Preisschild: Edvard Munchs "Der Schrei"

"Der Schrei" von Edvard Munch (1863–1944) dürfte zu den bekanntesten Motiven der Malerei gehören. Wie bei der Mona Lisa könnte man auch hier annehmen, dass dieses Bild zu den teuersten Gemälden der Welt zählen müsste. Bei diesem Werk ist der Fall aber noch einmal etwas anders gelagert.

Munch schuf zwischen 1893 und 1910 unter dem Titel "Der Schrei" insgesamt vier Gemälde mit sehr ähnlichen Motiven, aber in unterschiedlichen Techniken und Größen. Die heute berühmteste Version aus Öl, Tempera und Pastell auf Pappe stammt aus dem Jahr 1893 und gehört seit 1910 zur Sammlung der Norwegischen Nationalgalerie Oslo. Damit lässt sich wie bei der "Mona Lisa" der Marktwert kaum bestimmen.

Ebenso verhält es sich mit zwei weiteren Gemälden in Öl und Tempera auf Pappe bzw. Pastell auf Pappe. Diese sind im Munch Museum Oslo zu finden. Nur eine Variante des "Schreis" wurde auf dem öffentlichen Kunstmarkt gehandelt. 2012 brachte die Pastellversion von 1895 bei Sotheby's rund 120 Millionen Dollar. Bei dem Käufer soll es sich um den US-amerikanischen Unternehmer und Kunstsammler Leon Black handeln.

Mehr zu Edvard Munchs berühmtestem Werk finden Sie in unserem Magazinbeitrag "Edvard Munch "Der Schrei" - Mythos und Meilenstein der Kunstgeschichte".

Die historische Entwicklung der Rekordpreise am Kunstmarkt

Bis Mitte der 1980er-Jahre lagen die höchsten Gebote noch im einstelligen Millionenbereich. Doch bereits zwischen 1985 und 1990 wurden fünf Gemälde für zweistellige Millionensummen versteigert. 2004 übersprang dann mit "Junge mit Pfeife" von Pablo Picasso erstmals ein Gemälde die 100-Millionen-Hürde. Seitdem gibt es regelmäßig einen Wechsel an der Spitze der Liste der teuersten Gemälde.

Bedeutend Fahrt aufgenommen hat die Preisentwicklung noch einmal seit den 2010er-Jahren. So fanden zwischen 2013 und 2026 die Verkäufe der zehn teuersten Gemälde der Welt statt. Insgesamt bewegen sich heute bereits 27 Gemälde im dreistelligen Millionenbereich. Solche Spitzenpreise sind ohne Frage eine absolute Ausnahmeerscheinung und gelten für den vielfältigen Kunstmarkt als nur wenig repräsentativ. Dennoch sind es vor allem die spektakulären Auktionen, durch die die Kunstwelt in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.

Das Publikum zeigt sich zum einen fasziniert, zum anderen wird aber auch immer wieder die Frage gestellt, wie angemessen solche Rekordpreise für Kunstwerke sind. Ob die Gemälde von da Vinci, Klimt oder Picasso die Millionen wirklich wert sind, lässt sich nach objektiven Maßstäben kaum ermitteln. Ziemlich wahrscheinlich aber ist, dass die 450 Millionen für "Salvator Mundi" irgendwann noch einmal überboten werden.

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