Epochen der Malerei
Renaissance, Impressionismus, Abstrakte Bilder oder Pop-Art – diese und viele weitere bedeutende Epochen der Malerei haben die Kunstgeschichte maßgeblich geprägt. In den letzten rund 1500 Jahren konnte sich in der Malerei eine faszinierende Vielfalt an Stilen entwickeln – und bis heute unterliegen die Motive, Techniken und künstlerischen Konzepte einem kontinuierlichen Wandel. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine chronologische Übersicht der wichtigsten Epochen der Malerei vom Mittelalter bis zur Gegenwart kurz vor. Im Mittelpunkt stehen dabei die wesentlichen Merkmale der Epochen sowie typische Werkbeispiele.
Mittelalter
Die Stilepoche der Malerei des Mittelalters erstreckte sich etwa vom 5. bis ins 15. Jahrhundert. In dieser Phase entwickelten sich verschiedene Stilrichtungen in der Kunst wie etwa die Romanik oder die Gotik. Die Malerei stand im Mittelalter noch ganz im Zeichen des Klerus und der christlichen Lehre. Die katholische Kirche hatte sich in vielen Ländern Europas etabliert. Sie stattete ihre Kirchen und Klöster mit zahlreichen Gemälden, Fresken und Skulpturen aus und war damit die wichtigste Auftraggeberin für Kunstwerke.
- Wichtige Funktion: Die Malerei hatte im Mittelalter eine wichtige Aufgabe. Da zu dieser Zeit nur wenige Menschen lesen konnten, stellten die Gemälde für die katholische Kirche ein zentrales Kommunikationsmittel dar. Der Klerus verwendete die Bilder, um die christliche Religion und ihre Werte zu verbreiten und um die Katholiken in ihrem Glauben zu festigen.
- Religiöse Motive: Als einflussreiche Auftraggeberin setzte die katholische Kirche auch häufig die Motive fest. Die Gemälde zeigten weitestgehend Themen aus der Bibel. Dazu gehörten zum Beispiel Szenen aus dem Leben Christi, Marienbildnisse oder Pietá-Darstellungen.
- Stilisierte Malweise: Die Darstellungsweise der Bildgegenstände war im Mittelalter noch nicht sehr realistisch. Meist wurden die Figuren sehr vereinfacht und stereotyp gemalt. Auch fehlten ihnen häufig individuelle Merkmale.
Werkbeispiel: "Verkündigung an Maria" von Konrad Witz
Der deutsch-schweizerische Maler Konrad Witz schuf etwa 1440 sein Gemälde "Verkündigung an Maria". Er zeigt in diesem Werk, wie Maria in einem schlichten Raum von einem Engel von ihrer Schwangerschaft erfährt. Konrad Witz zählte aber bereits zu den Avantgardisten unter den mittelalterlichen Malern. Er bemühte sich um eine möglichst realitätsnahe Darstellung der Bildobjekte. Außerdem versuchte er, räumliche Tiefe in seine Gemälde zu bringen.
Kunstepochen der Malerei: Renaissance
Die Epoche der Renaissance nahm ihren Anfang etwa an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert und dauerte rund 200 Jahre. Das zentrale Merkmal von Gemälden der Renaissance war die Rückbesinnung auf die Ästhetik und den Stil der römischen und griechischen Antike. Die Malerei in dieser Epoche unterschied sich vom Mittelalter vor allem hinsichtlich der Bildthemen und Darstellungsweisen.
- Weltliche und religiöse Motive: Standen im Mittelalter noch vorwiegend biblische und religiöse Themen und Charaktere im Mittelpunkt, hielten nun auch weltliche Motive Einzug in die Malerei. Immer öfter porträtierten die Malenden einfache Menschen, aber es entstanden auch erste Bilder von Tieren.
- Rückkehr zur Realität: Das wichtigste Merkmal der Renaissance-Malerei war ihr Anspruch, die Bildgegenstände so naturgetreu wie möglich darzustellen. Die Künstlerinnen und Künstler konzentrierten sich auf die korrekte Wiedergabe der Proportionen von Mensch und Natur. Dazu trug auch die Einführung der Zentralperspektive bei. Mit dieser Form der Bildkomposition gelang es den Kunstschaffenden, in ihren Gemälden räumliche Tiefe zu simulieren.
- Ölmalerei: In der Epoche der Renaissance wurde die Ölmalerei immer populärer. Die Ölfarben eröffneten den Malenden viele neue Möglichkeiten. Sie waren kräftiger und leuchtender und ließen feinere farbliche Abstufungen zu. Außerdem erlaubten die Ölfarben die Technik des "Sfumato". Bei dieser Malweise arbeiteten die Künstlerinnen und Künstler nicht mit scharfen Kontrasten, sondern ließen durch gekonnte Weichzeichnung die Konturen leicht verschwimmen.
Werkbeispiel: "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci
In der Renaissance entstanden viele bedeutende Werke der Kunstgeschichte, zum Beispiel Sandro Botticellis "Geburt der Venus", Albrecht Dürers "Feldhase" oder die Fresken der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo. Das berühmteste Werk der Renaissance aber dürfte Leonardo da Vincis "Mona Lisa" sein. Da Vinci malte die Gesichtszüge der Mona Lisa sowie die Landschaft im Bildhintergrund verblüffend realistisch. Außerdem gilt das Gemälde als Paradebeispiel für die Sfumato-Technik.
Barock
Das Barock schloss unmittelbar an die Renaissance an und dauerte etwa vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis Mitte des 18. Jahrhunderts. Diese Epoche ist zum Sinnbild einer prunkvollen Kunst geworden. Aus der Phase des Barock stammen zahlreiche berühmte Künstler, zum Beispiel Michelangelo da Caravaggio, Jan Vermeer, Rembrandt van Rijn oder Peter Paul Rubens. Die Malerei des Barock besaß viele Gemeinsamkeiten mit der der Renaissance. Sie entwickelte sich aber insbesondere hinsichtlich der Bildthemen und Maltechniken weiter.
- Vielfalt an Motiven: Unter den Epochen der Malerei war das Barock das erste, in dem die Kunstschaffenden in ihren Werken viele verschiedene Bildthemen aufgriffen. Nach wie vor waren Szenen aus der Religion und der Mythologie sehr beliebt. Aber auch rein weltliche Motive wie Genrebilder, Landschaften, Tiere, Stillleben und Porträts verbreiteten sich mehr und mehr.
- Wirklichkeitsnahe Darstellung: Der Malstil des Barock war noch erkennbar bei der Renaissance angelehnt. Malerinnen und Maler versuchten, ihre Bildwelten so realistisch wie möglich darzustellen. Sie begannen, die Bildgegenstände plastisch wirken zu lassen und die Illusion von räumlicher Tiefe zu erwecken. Darüber hinaus bemühten sie sich um eine besonders dramatische und emotionale Darstellung ihrer Bildszenen.
- Lichtführung als Gestaltungselement: Eine weit verbreitete Technik, um die Bildszenen atmosphärisch aufzuladen, war das Spiel von Licht und Schatten ("Chiaroscuro"). Gezielt gesetzte Spotlights oder eine schwindende Beleuchtung schufen Dynamik und definierten die Stimmung.
Werkbeispiel: "Die Nachtwache" von Rembrandt van Rijn
Eines der berühmtesten Gemälde des Barock ist "Die Nachtwache" von Rembrandt van Rijn. Das Bild zeigt die Versammlung einer Amsterdamer Schützengilde. Zweifellos inszenierte der holländische Maler diese Szene mehr als dass er sie realistisch abbildete. Mit einer ganz speziellen Lichtführung und kräftigen Hell-Dunkel-Kontrasten sorgte er für ein beinahe theatralische Atmosphäre.
Romantik
Als Romantik wird die Phase zwischen Ende des 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts bezeichnet. In dieser Zeit lösten sich Geisteswissenschaften, Kunst und Literatur vom sehr rational geprägten Klassizismus, der der Romantik unmittelbar vorausging. In der Philosophie der Romantik stand das Individuum mit seinen Gefühlen und seiner Gedankenwelt im Mittelpunkt. Auch eine spirituelle Verbundenheit mit der Natur sowie die Präsenz des Göttlichen spielten wieder eine Rolle. Viele dieser Aspekte griffen auch die Malenden der Romantik auf.
- Mensch und Natur als Motive: Wie in den Epochen der Malerei zuvor gewann auch in der Romantik der Mensch als Motiv weiter an Bedeutung. Die Kunstschaffenden thematisierten mal konkret, mal symbolisch die Gedanken und Emotionen des Individuums. Die zweite große Motivgruppe der Malerei der Romantik war die Natur. Die Malenden zeigten die Landschaften in ihrer ganzen Schönheit. Allerdings neigten sie auch dazu, die Natur zu verherrlichen und idyllischer darzustellen, als sie tatsächlich war.
- Emotionen als Botschaft: In der Romantik wurde die Malerei zum Spiegel der menschlichen Seele. Die Motive, insbesondere die Landschaften standen nicht nur für sich selbst, sondern symbolisierten individuelle Emotionen wie Melancholie, Freude, Angst oder Sehnsucht. Die Malenden setzten dabei oftmals auf sehr dramatische oder mystische Bildwelten.
- Spirituelle Konnotationen: In den Gemälden der Romantik sollten die Motive nicht nur möglichst ästhetisch wiedergegeben werden. In den Szenen verbargen sich immer auch Andeutungen von Transzendenz, Spiritualität und Religion. Insbesondere in epischen Landschaftsdarstellungen artikulierte sich die Vorstellung von der Existenz höherer Wesen oder Parallelwelten.
Werkbeispiel: "Der Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrichs Meisterwerk aus dem Jahr 1818 ist ein besonders gutes Beispiel für die Kunst der Romantik. Es zeigt einen Mann auf einem Felsen, der auf ein aufgewühltes Wolkenmeer blickt. Friedrich schuf in diesem Gemälde eine höchst atmosphärische Landschaft, in der aber auch der Mensch eine bedeutende Rolle spielt. Die Szene lässt sich verschiedentlich interpretieren, zum Beispiel als Symbol für Einsamkeit, einen melancholischen Rückblick, einen (metaphorischen) Blick in den Abgrund oder die Erreichung eines Ziels.
Epochen der Malerei: Realismus
Der Realismus hielt ab Mitte des 19. Jahrhunderts Einzug in die Malerei. Dieser Malstil war eine Reaktion auf vorausgehende Malerei Epochen. Diese hatten sich kaum mit den realen Lebensbedingungen der Menschen beschäftigt und die Welt häufig verklärt und idealisiert dargestellt. Dem Realismus hingegen ging es um eine authentische Wiedergabe der Lebensumstände in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
- Motive aus dem Alltag: Gegenüber anderen Stilepochen der Malerei zeichnete sich der Realismus vor allem durch seine besonderen Bildthemen aus. Die Kunstschaffenden thematisierten vorwiegend die Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung. Häufig zeigten sie in ihren Gemälden alltägliche Situationen von Arbeitern, Bauern und Bürgertum. Neben dem gesellschaftlichen Leben zählten auch Landschaften zu den Motiven. Diese Gemälde zeigten meist heimische und wenig spektakuläre Landstriche.
- Keine Beschönigung der Wirklichkeit: Die Bilder des Realismus sollten einen authentischen Eindruck vermitteln. Daher verzichteten die Malenden auf jedwede Form der Idealisierung, Verklärung oder Dramatisierung. Vielmehr schlüpften die Künstlerinnen und Künstler in die Rolle von neutralen Beobachtenden. Durch ihren fast dokumentarischen Charakter bekam die Malerei des Realismus auch einen politischen und sozialkritischen Unterton.
- Naturgetreue Darstellung: Der Anspruch des Realismus spiegelte sich auch in der Malweise. Die Malerinnen und Maler strebten nach einer möglichst wirklichkeitsnahen und detaillierten Darstellung der Bildobjekte. Sie verwendeten weder grelle Farbtöne noch setzten sie andere übersteigerte Effekte ein. Vielmehr arbeiteten sie häufig mit gedeckten Farben und hielten sich an die natürlichen Proportionen der Bildgegenstände.
Werkbeispiel: "Die Steineklopfer" von Gustave Courbet
Der französische Maler Gustave Courbet (1819 – 1877) war ein Hauptvertreter des Realismus. In seinem Gemälde "Die Steineklopfer" aus dem Jahr 1849 machte Courbet zwei schwer arbeitende Männer zum Thema. Es scheint, als hätte Courbet die beiden Arbeiter heimlich beobachtet. Die Szene wirkt durch die realistische Malweise sehr authentisch und glaubhaft.
Impressionismus
Der Impressionismus entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Epoche brachte bedeutende Innovationen in die Malerei. Die Impressionistinnen und Impressionisten wollten die Welt nicht realistisch abbilden, sondern in ihren Werken die Atmosphäre des Augenblicks einfangen. Dafür gingen sie sowohl bei der Maltechnik als auch der Bildkomposition völlig neue Wege. Zu den bekanntesten Vertretern des Impressionismus gehören Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Édouard Manet und Camille Pissarro.
- Atmosphäre statt Perfektion: In den vorausgegangenen Malerei Epochen galt noch die Maxime, dass die Gemälde die Welt möglichst präzise abbilden sollten. Der Impressionismus brach erstmals mit dieser Regel. Seine Malenden hatten sich zum Ziel gesetzt, ihre individuelle Wahrnehmung eines Moments auf die Leinwand zu bringen. Eine besondere Rolle kam dabei der Darstellung der Lichtverhältnisse zu. Den Kunstschaffenden gelang es, die Farbe und die Intensität des Lichts wiederzugeben, die sich je nach Tages- und Jahreszeit veränderten.
- Eine revolutionäre Malweise: Die Impressionistinnen und Impressionisten änderten auch ihre Malweise. Um den subjektiven Eindruck wiederzugeben, reduzierten sie die Details der Bildobjekte, ließen die Konturen verschwimmen oder malten lediglich Silhouetten. Auch die Farbpalette passten die Malenden an die jeweilige Lichtsituation an. Häufig verwendeten sie helle Pastelltöne, mit denen sie feine Farbnuancen wiedergeben konnten.
- Neue Techniken: Die Künstlerinnen und Künstler änderten darüber hinaus den gesamten Malprozess. Sie arbeiteten nicht mehr die Bilddetails mit feinsten Linien aus, sondern trugen die Farbe mit Punkten und breiteren Strichen auf. Außerdem verwendeten sie mehr Ölfarbe als üblich, so dass der Pinselstrich deutlich erkennbar wurde. Viele Malende des Impressionismus stellten zudem ihre Staffeleien unter freiem Himmel auf, um ihre Eindrücke möglichst schnell und unverfälscht auf die Leinwand übertragen zu können ("Plein Air-Malerei").
Werkbeispiel: "Impression, Sonnenaufgang" von Claude Monet
Kein Gemälde repräsentiert den Impressionismus so gut wie "Impression, Sonnenaufgang" von Claude Monet (1840 – 1926). Das Bild aus dem Jahr 1872 zeigt den Hafen von Le Havre am Morgen. Monet arbeitete hier bereits mit den charakteristischen Stilmitteln des Impressionismus. Im diffusen Licht der noch schwachen Sonne sind nur die Silhouetten der Hafenanlage und der Schiffe zu erkennen. "Impression, Sonnenaufgang" wurde auf der ersten Ausstellung der Impressionistinnen und Impressionisten im Jahr 1874 gezeigt und gab der gesamten Epoche ihren Namen.
Moderne
Die Kunstepoche der Moderne erstreckte sich von Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Diese Phase zeichnete sich durch eine nie dagewesene stilistische Vielfalt aus. In dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche progressive Ausdrucksformen, die zum Teil radikal mit den tradierten Konventionen der Kunst brachen. Es entstanden mehrere wegweisende Stile wie Kubismus, Expressionismus oder Surrealismus. Zu den großen Namen dieser Zeit gehören u.a. Pablo Picasso, Franz Marc, Paul Klee, Henri Matisse, Marc Chagall, René Magritte und Wassily Kandinsky.
- Progressive Kunstauffassung: Viele Stile in der Moderne stellten die Traditionen aller vorherigen Epochen der Malerei infrage. Ihre Künstlerinnen und Künstler definierten die Aufgabe und Funktion der Malerei grundsätzlich neu. Sie strebten nicht mehr danach, die Welt perfekt abzubilden. Vielmehr präsentierten sie in ihren Werken ihre subjektiven Perspektiven und artikulierten Emotionen und Gedanken. Außerdem begannen sie, mit neuen Darstellungsweisen zu experimentieren und die Möglichkeiten der Malerei auszuloten.
- Innovative Bildkomposition: Die Künstlerinnen und Künstler der Moderne sahen sich nicht mehr an die traditionellen Regeln der Malerei gebunden. Besonders auffällig war die Tendenz zu einer stilisierten Darstellung. Viele Malerinnen und Maler reduzierten die Details der Bildobjekte und arbeiteten mit größeren Farbflächen. Häufig lösten sie auch die naturgetreue Zuordnung der Farben zu den Objekten auf. Stattdessen wiesen sie die Farbpalette neu zu, wie zum Beispiel Franz Marc bei "Die gelbe Kuh" (1911). Auch die Formen der Objekte sowie die Bildperspektive interpretierten sie sehr frei.
- Wegbereiter für die Abstraktion: Die Malerei der Moderne zeichnete sich gegenüber allen vorherigen Stilepochen der Malerei durch eine fortschreitende Abkehr von der gegenständlichen Darstellung aus. Damit wurde in dieser Zeit auch der Grundstein für die Abstraktion gelegt. Viele Künstlerinnen und Künstler begannen, in ihren Werken ausschließlich freie Formen, Strukturen und Objekte ohne jeden Bezug zu existierenden Gegenständen zu verwenden. Zu den Pionieren der Abstraktion gehörten u.a. Wassily Kandinsky, Sophie Taeuber-Arp und El Lissitzky. Später folgten weitere bedeutende Vertreter der wie Jackson Pollock, Mark Rothko, Victor Vasarely und Antoni Tàpies.
Werkbeispiele: "Guernica", "Blaues Pferd 1" und "Komposition"
Die große Vielfalt an Stilen spiegelt sich in zahlreichen bedeutenden Gemälden wider, die in der Moderne entstanden. Eines der wichtigsten Werke dieser Phase ist Piet Mondrians "Komposition mit Rot, Gelb, Blau und Schwarz" aus dem Jahr 1921. Mit seiner Bildsprache aus Flächen und Linien wurde Mondrian zum Wegbereiter der Abstraktion. Der deutsche Expressionist Franz Marc malte 1911 das Gemälde "Blaues Pferd 1". Seitdem stand es sinnbildlich für die einflussreiche Künstlervereinigung "Der blaue Reiter". 1937 schuf Pablo Picasso mit "Guernica" eines der bekanntesten Werke des 20. Jahrhunderts. Das monumentale Gemälde sollte zu einer Ikone der Friedensbewegung und der politischen Kunst werden.
Stilepoche der zeitgenössischen Malerei
Als zeitgenössisch wird üblicherweise die Kunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute bezeichnet. Der Begriff steht für keine bestimmte stilistische Epoche, sondern lediglich für den Zeitraum der letzten ca. 80 Jahre. Charakteristisch für diese Phase ist der Pluralismus an Stilen und Techniken. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Gegenwartskunst konnten bedeutende Erfolge verzeichnen, zum Beispiel Andy Warhol, Gerhard Richter, Damien Hirst, Roy Lichtenstein, Alex Katz oder Banksy.
- Tradition und Innovation: Die Vielfalt der Stile, die sich bereits in der Moderne abgezeichnet hatte, setzte sich in der Malerei der Gegenwart weiter fort. Viele Epochen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Expressionismus, Surrealismus und Abstraktion sind bis heute noch aktuell. Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitere Stile wie Pop-Art, Abstrakter Expressionismus oder Urban Art.
- Moderne Techniken: Der technische Fortschritt macht auch vor der Malerei nicht halt. In die Arbeit vieler Malerinnen und Maler halten Computergrafik, digitale Bildbearbeitung und Künstliche Intelligenz Einzug. Diese neuen Techniken stehen heute gleichberechtigt neben der klassischen Malerei mit Öl-, Aquarell- oder Acrylfarben.
- Mix aus Stilen: Seit Mitte des 20. Jahrhunderts lässt sich außerdem beobachten, dass sich Künstlerinnen und Künstler häufig nicht nur einer bestimmten Epoche oder Technik verpflichtet sehen. Vielmehr arbeiten sie oftmals mit verschiedenen Stilen und Techniken gleichzeitig oder kombinieren diese zu einer neuen Form des künstlerischen Ausdrucks. So finden sich beispielsweise im Werk von Gerhard Richter sowohl abstrakte als auch gegenständliche Arbeiten sowie Mischtechniken wie übermalte Fotografien.
Werkbeispiel: "Marilyn" von Andy Warhol
Die Pop-Art brachte ab den 1960er-Jahren noch einmal frischen Wind in die Malerei – sowohl im Bezug auf das künstlerische Konzept als auch die Bildsprache. Die Pop-Art-Künstlerinnen und Künstler erhoben Alltagsgegenstände und Medieninhalte zu Motiven, arbeiteten mit einer stark stilisierten, kühlen Bildsprache und etablierten neue Techniken in der Kunst wie den Siebdruck. Der amerikanische Künstler Andy Warhol repräsentiert wie kein anderer diese Epoche. Zu seinen berühmtesten Arbeiten gehören seine Porträts von Marilyn Monroe. Mit mehreren Werken in einer Mischtechnik aus Acrylfarbe, Siebdruck und Tinte würdigte er das Leben der weltberühmten Film-Diva.