Fünf berühmte französische Impressionisten

Fünf berühmte französische Impressionisten

Autor: ars mundi, Veröffentlichkeitsdatum: 09/2025, Geschätzte Lesezeit: 12 Minuten

In der Kunstgeschichte gehört der Impressionismus zu den Epochen mit den größten Innovationen. Im Grunde hatten die Impressionisten etwas Unmögliches versucht: Sie verstanden ihre Gemälde nicht mehr als Spiegel der Realität, sondern wollten eine Atmosphäre vermitteln. Ein für die damalige Zeit revolutionärer Ansatz, der die Malerei nachhaltig verändern sollte.

Seinen Ursprung hatte der Impressionismus in Paris ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine junge Künstlergeneration fand sich in der Malerei, wie sie an den Akademien gelehrt und von den Museen und Galerien erwartet wurde, nicht mehr wieder. Vor allem standen sie dem Realismus sehr skeptisch gegenüber. Sie wollten die Motive nicht mehr vermeintlich "richtig" oder objektiv wiedergeben, sondern ihre subjektive Wahrnehmung von der Welt auf die Leinwand bringen. Dafür richteten sie den Fokus auf die Lichtverhältnisse und die Atmosphäre und wie sich diese mit malerischen Mitteln wiedergeben ließen.

Unter diesen jungen Künstlern waren heute so berühmte Impressionisten wie

  • Claude Monet,
  • Pierre-Auguste Renoir,
  • Edgar Degas,
  • Camille Pissarro und
  • Édouard Manet.

Allerdings stießen die Avantgardisten bei den meisten Kunstkritikern auf Ablehnung. Ihre Werke wurden unter anderem als "schlampig", "unfertig" oder die Arbeit von "Verrückten" bezeichnet. Auch von den etablierten Kunstschauen wurden sie konsequent ausgeschlossen. Doch die Impressionisten ließen sich in ihren Zielen nicht beirren. Sie organisierten sich ab 1873 in der "Société anonyme des artistes peintres, sculpteurs et graveurs etc." und richteten eigene Ausstellungen aus.

Édouard Manet – der Individualist unter den französischen Impressionisten

Porträt Édouard Manet

Der französische Impressionismus hat ihm viel zu verdanken – gleichzeitig distanzierte er sich von ihm: Édouard Manet (1832–1883) blieb über seine gesamte Karriere hinweg ein künstlerischer Einzelgänger, konnte sich aber zu einem der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts entwickeln.

Vorbild für eine neue Künstlergeneration

Seine fortschrittliche Malweise stieß im Kunst-Establishment auf wenig Interesse. Die jungen avantgardistischen Kunstschaffenden hingegen feierten ihn als großes Vorbild. Manet pflegte Kontakte zu vielen Künstlern, die heute als berühmte Impressionisten bekannt sind, zum Beispiel:

  • Paul Cézanne,
  • Claude Monet,
  • Camille Pissarro,
  • Edgar Degas
  • Pierre-Auguste Renoir

Viele dieser Maler beeinflusste er, fand in diesem Künstlerkreis aber auch selbst Inspiration.

Sein Frühwerk war noch deutlich vom Realismus beeinflusst, doch nach und nach brach er aus dem engen Korsett der traditionellen Malerei aus. Er setzte sich über viele akademische Konventionen hinweg und entwickelte seine ganz individuelle Vorstellung davon, wie er seine Gemälde zu gestalten hatte.

Manets Maltechniken und Sehweisen

Gleich mehrfach war er dabei seiner Zeit weit voraus. So malte er schon in den 1860er-Jahren mit kurzen und deutlich erkennbaren Pinselstrichen. Durch diese Malweise wiesen die Bildgegenstände weniger Details auf und verloren ihren realistischen Charakter.

Auch die Perspektive interpretierte er neu. So verlieh er den Bildgegenständen nur wenig räumliche Tiefe, was zu einem sehr ebenen und direkten Bildeindruck führte. Außerdem hielt er sich nicht immer an die naturgetreuen Größenverhältnisse der Objekte zueinander.

Manets Gemälde fielen bei seinen Zeitgenossen außerdem dadurch auf, dass sie häufig sehr schummrig wirkten. Ganz gegen den Trend seiner Zeit bediente er sich einer sehr gedeckten Farbpalette und gab Schwarz- und Grautönen ungewöhnlich viel Raum.

Vielfalt der Motive – oft auch provozierend

Das Portfolio seiner Motive umfasste nahezu alle Bildthemen:

  • Porträts von Prominenten, Familie und Freunden,
  • Genreszenen bei der Jagd, am Strand, im Garten oder beim Tanz,
  • weibliche Akte,
  • Landschaften,
  • Seestücke und
  • Stillleben von Blumen, einer Zitrone oder einem Bündel Spargel.

Viele der traditionsreichen Genres interpretierte er sehr progressiv und sorgte damit für den ein oder anderen Skandal:

  • In "Das Frühstück im Grünen" zeigte er eine nackte, sehr selbstbewusste Frau in der Gesellschaft von zwei bekleideten Herren.
  • Auch Manets Darstellung der "Olympia" löste Kontroversen aus. Kritiker schrieben, durch ihre helle Hautfarbe wirke sie wie eine Leiche und das Gemälde lasse jegliches Verständnis von der Malerei vermissen.

Heute hingegen gelten diese Werke sowie viele andere Gemälde Manets als Meilensteine der Kunst des 19. Jahrhunderts und Wegbereiter der Moderne. Viele seiner Impulse nahmen französische Impressionisten in den folgenden Jahren in ihre eigene Arbeit auf.

Claude Monet – französischer Landschaftsmaler und Galionsfigur des Impressionismus

Porträt Claude Monet

Claude Monet – dieser Name steht geradezu sinnbildlich für die Malerei des französischen Impressionismus. Viele seiner Gemälde wurden zu Ikonen dieser Epoche, zum Beispiel die Seerosenbilder, die Szenen aus seinem Garten in Giverny und natürlich "Impression, Sonnenaufgang", sein wohl berühmtestes Werk.

Atmosphäre statt Abbild

Monet (1840–1926) hielt wenig vom akademischen Malstil, der Mitte des 19. Jahrhunderts noch stark dem Realismus verpflichtet war. Eine pure Abbildung der Welt in seinen Gemälden erschien Monet aber zu wenig. Das Ziel seiner Malerei definierte er mit den Worten:

"Die Aufgabe des Künstlers besteht darin, das darzustellen, was sich zwischen dem Objekt und dem Künstler befindet, nämlich die Schönheit der Atmosphäre."

Entsprechend konzipierte er eine innovative Form der Bildkomposition. Er nahm dafür verschiedene Impulse von befreundeten Künstlern wie Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley oder Camille Pissarro auf, aber auch von englischen Malern wie John Constable und William Turner.

Monet arbeitete mehrere Stilmittel aus, die heute als typisch für den Impressionismus gelten:

  • Um die Atmosphäre eines Moments im Bild einzufangen, konzentrierte er sich auf das Licht der Szene und dessen Auswirkungen auf Farben, Schattenwurf, Kontraste und Konturen.
  • Er malte nur das, was er in der unmittelbaren Situation wahrnahm. Ob dieser Eindruck mit der Wirklichkeit übereinstimmte, war zweitrangig.
  • Er reduzierte die Details der Bildgegenstände und ließ ihre Konturen unscharf werden.
  • Die Ölfarben trug er mit kurzen Pinselstrichen auf die Leinwand auf und imitierte damit verschiedene Lichteffekte.

Solche Serien schuf er unter anderem von der Kathedrale von Roue, von Heuschobern auf dem Feld oder von seinem Garten in Giverny. Eindrücklicher lässt sich kaum in Bildern festhalten, wie sich der Charakter einer Landschaft mit einem wechselnden Licht verändern kann.

Gemälde mit Weltruhm

Monets Œuvre enthält zahlreiche heute weltberühmte Werke. Dennoch lassen sich einige Gemälde nennen, die aus seinem Gesamtwerk herausragen.

Zuallererst ist sicherlich "Impression, Soleil levant" (Impression, Sonnenaufgang) aus dem Jahr 1872 zu nennen. Das Gemälde zeigt den Hafen von Le Havre in Frankreich im Frühnebel. Monet ordnete hier der Atmosphäre der Szene alles unter. Fast der gesamte Hafen ist in Pastellfarben zwischen Grau und Blau getaucht, die Sonne leuchtet am Himmel als schlichter orangener Punkt und von den Schiffen und den Hafenanlagen erkennt man nur noch die Silhouetten. Monet vereinte hier in Perfektion alle Gestaltungsprinzipien des französischen Impressionismus.

Unbestrittene Highlights von Monets künstlerischem Schaffen aber sind die Gemälde von Seerosen. Ab etwa 1890 hatte er zahlreiche Bilder vom Teich in seinem Garten in Giverny gemalt. Die Seerosen in ihren verschiedenen Farben, die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche und das Spiel des Lichts inspirierten ihn zu immer neuen Werken.

Camille Pissarro – Schlüsselfigur des französischen Impressionismus

Camille Pissarro: Bild 'Der Boulevard Montmartre an einem Wintermorgen'

Sein Name mag nicht so geläufig sein wie die seiner Kollegen Monet, Manet oder Renoir. Dennoch trug der französische Maler Camille Pissarro (1830–1903) bedeutend zur Entwicklung des französischen Impressionismus bei.

Er experimentierte viel mit Farben, Motiven und Farbauftrag und suchte ständig nach neuen Formen des malerischen Ausdrucks. Dafür befand er sich auch in einem ständigen Austausch mit vielen anderen progressiven Malern seiner Zeit.

Pissarros Bruch mit der Tradition

Pissarro hatte schon mit Anfang 20 großes Interesse an den innovativen Kunstschaffenden seiner Zeit gezeigt. Statt eine Ausbildung an der École de Beaux-Arts, an der eine sehr traditionelle Malerei gelehrt wurde, weiterzuverfolgen, nahm er unter anderem Unterricht bei Camille Corot.

Dieser hatte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich vom konservativen akademischen Stil abgewandt und ging nun neue Wege bei Licht und Farbwahl. Über Corot kam Pissarro auch in Kontakt mit der "Schule von Barbizon", die heute als "Wiege des Impressionismus" gilt.

An der freien Malschule "Académie Suisse" begegnete Pissarro schließlich Claude Monet und Paul Cézanne. Über die folgenden Jahre baute er dann ein großes Netzwerk an avantgardistischen Künstlerinnen und Künstlern auf. Dazu gehörten neben Monet und Cézanne auch Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas und Paul Gauguin. In diesem Kreis entstand auch die Idee, aus Protest gegen die konservative Kunst- und Ausstellungspolitik eigene Werkschauen zu organisieren.

Was hielt Pissarro auf der Leinwand fest?

Pissarro hatte seinen Malstil in den verschiedenen Phasen seiner Karriere immer wieder variiert. Er begann in einer Zeit zu malen, in der vor allem eine realistische Darstellung der Welt gefragt war. Davon wandte er sich aber schnell ab und konzentrierte sich darauf, wie sich die Atmosphäre des Moments, das Licht und subjektive Eindrücke wiedergeben ließen. Dafür reduzierte er die Details und arbeitete mit breiteren und kurzen Pinselstrichen. Die klaren Konturen der Bildgegenstände löste er mehr und mehr auf, um seinen Gemälden mehr Luftigkeit zu verleihen. Dies erlaubte ihm darüber hinaus, den Farben mehr Raum zu geben.

Wie viele andere französische Impressionisten widmete sich auch Camille Pissarro überwiegend der Landschaftsmalerei. Dazu gehörten Motive wie

  • Felder,
  • Wiesen,
  • Wälder,
  • Gärten,
  • Kulturlandschaften und
  • Straßenszenen.

Dabei gelang es ihm, eine sehr eigenwillige Sicht von seiner Umwelt auf die Leinwand zu bringen. Zwar stand die Landschaft immer im Vordergrund, doch er bezog häufig auch die Menschen in seine Motive ein. So malte er zum Beispiel:

  • Bauern auf dem Feld – "Die Ernte", 1882
  • Stadtbewohner auf belebten Straßen – "Pont-Neuf", 1902
  • subtile Hinweise auf die Existenz des Menschen – "Die Fabrik von Pontoise", 1873

Auf den ersten Blick wirken Pissarros Gemälde also häufig wie reine Landschaftsansichten, doch eigentlich handelt es sich um kleine Studien vom alltäglichen Leben auf dem Land und in der Stadt.

Wie Monet auch malte Pissarro manche Motive gleich mehrfach – aber jeweils zu anderen Tageszeiten und Witterungsbedingungen. Zu den berühmtesten Werken dieser Serien gehören Blicke von einem Hotelfenster aus auf den "Boulevard Montmartre". Das Licht, die Menschen und Fahrzeugen sowie die Häuser befinden sich in einer perfekten Harmonie – von Frühling bis Winter, bei Tag wie bei Nacht.

Pierre-Auguste Renoir – Innovation trifft auf Tradition

Porträt Pierre-Auguste Renoir

Pierre-August Renoir (1841–1919) gehörte zu den Impressionisten der ersten Stunde und damit zu den Avantgardisten seiner Zeit. Im Gegensatz zu vielen seiner Malerkollegen verabschiedetet er sich aber nicht vollständig von den Malweisen vorangegangener Epochen. Vielmehr konnte er Tradition und Moderne miteinander verbinden und ließ u.a. Impulse von Barock/Rokoko und Renaissance sowie antiker Skulpturen in seine Malerei einfließen. Sein eigenwilliger Stil sollte ihn zu einem der bedeutendsten französischen Impressionisten machen.

Der künstlerische Weg Renoirs

Pierre-Auguste Renoir hatte schon sehr früh ein Interesse für die bildende Kunst entwickelt. Er besuchte häufig den Louvre und studierte sowohl die Werke der Alten Meister und der Antike als auch der zeitgenössischen Malerinnen und Maler.

Bereits mit 13 Jahren begann er eine Lehre als Porzellanmaler, im Anschluss studierte er Malerei an der École des Beaux-Arts in Paris. Parallel besuchte er das Atelier des schweizerischen Malers Charles Gleyre, in dem u.a. auch Claude Monet und Alfred Sisley malten.

Unter dem Einfluss seiner jungen Malerkollegen distanzierte sich Renoir mehr und mehr von der traditionellen, dem Realismus verpflichteten Malerei der Akademien. Wie seine Kollegen auch konzentrierte er sich auf die Wiedergabe des Lichts und der Atmosphäre des Augenblicks.

Seine fortschrittliche Auffassung von der Malerei konnte er in der "Société anonyme des artistes peintres, sculpteurs et graveurs etc." weiterentwickeln. Auch an den ersten beiden, von den Impressionisten organisierten Ausstellungen nahm er teil.

Lebensfreude als zentrales Motiv

Auch wenn Renoir häufig im Kreis seiner Impressionisten-Freunde arbeitete, behielt er sich einen sehr individuellen Malstil bei. Im Unterschied zu vielen seiner Kollegen war für ihn nicht die Realität der Bezugspunkt. Vielmehr lag ihm daran, fröhliche und dekorative Gemälde mit idealen Momenten zu erschaffen.

Die Szenen, die er zeigte, mussten also nicht notwendigerweise der Wirklichkeit entsprechen. Renoir inszenierte daher nicht selten seine Motive. Beispielsweise staffierte er akribisch die Personen, die er porträtieren sollte, mit ausgewählter Kleidung und Accessoires aus.

Auch mit seiner Farbwahl trug er zur Idealisierung seiner Motive bei. Durch Pastellfarben und einen kräftigen Farbauftrag übersteigerte er seine Szenen ins Sinnliche, fast Träumerische.

Passend dazu wählte Renoir auch die Motive aus. Er zeigte in seinen Werken oft die positiven Seiten des Lebens:

  • Eines seiner berühmtesten Werke "Das Frühstück der Ruderer" (1881) zeigt eine solche Szene. Hier sitzen junge Menschen in einer sommerlichen Atmosphäre bei ausgelassener Stimmung beieinander.
  • Auch "Bal du moulin de la Galette" (1876) zeigt fröhliche Menschen, die sich bei bestem Wetter angeregt unterhalten oder tanzen. Die perfekt wiedergegebenen Lichteffekte von Sonne und Schatten vermitteln authentisch die Atmosphäre dieses Tages in einem Ausflugslokal.

Aber auch viele andere Werke Renoirs erzählen von alltäglichen Momenten, in denen sich die Menschen amüsieren, wie etwa beim Baden, im Theater oder beim Tanz.

Berühmt wurde Renoir vor allem mit seinen Porträts. Hier waren es vor allem die Frauen, die ihn besonders faszinierten. Seine Porträtgemälde stellen immer ihre Schönheit und Eleganz in den Vordergrund. Dies gilt auch für seine Aktgemälde. Er malte die weiblichen Körper in einer Weise, die in ihrer Sinnlichkeit unverkennbare Parallelen zu Barock und Rokoko aufweist. Ein solcher Rückgriff auf frühere Epochen war ein elementarer Bestandteil seiner Kunst. "Ich bin einer des 18. Jahrhunderts", hatte er einmal in einem Brief an Claude Monet geschrieben.

Edgar Degas – der Realist unter den Impressionisten

Porträt Edgar Degas

Edgar Degas (1834–1917) zählte zu den wichtigen Akteuren der künstlerischen Avantgarde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Degas bewegte sich in den Kreisen der französischen Impressionisten, nahm dieses Label aber nie für sich in Anspruch. Er unterschied sich sowohl in seinem Malstil als auch in seiner Auffassung von der Kunst grundlegend von seinen Malerkollegen. Wegen der geringen Gemeinsamkeiten mit den Impressionisten brach Degas schließlich die Zusammenarbeit mit ihnen ab und stellte 1886 das letzte Mal mit ihnen aus.

Warum Degas kein typischer Impressionist war

Edgar Degas hatte seine künstlerische Ausbildung mit knapp 20 Jahren begonnen. Er schrieb sich in der École des Beaux-Arts in Paris ein, verließ die Kunstschule aber schon bald wieder. Fortan arbeitete er autodidaktisch, indem er Exponate in Pariser Museen studierte und kopierte. Anfänglich widmete er sich der Historienmalerei und konnte seine Werke im traditionsreichen, aber sehr konservativen Pariser Salon ausstellen.

Mit dem Kontakt zu zeitgenössischen Malern wie Manet, Cézanne oder Renoir veränderte er seinen Malstil. Er gehörte ebenfalls zu den Initiatoren der Ausstellungen der Impressionisten ab 1874. Seine Gemälde hatten allerdings nur wenig gemeinsam mit den Werken, die französische Impressionisten zu dieser Zeit schufen. So malte er mit einem viel feineren Pinselstrich und arbeitete bei den Bildgegenständen deutlich die Konturen und Details aus. Er verwischte aber auch hin und wieder die Silhouetten und erzeugte damit eine Art Weichzeichner-Effekt.

Degas bevorzugte darüber hinaus auch eine andere Arbeitsweise als die meisten Impressionisten. Sich auf Spontanität und eine Inspiration, die der Situation entspringt, zu verlassen, widersprach seinem künstlerischen Konzept. Er lehnte auch die Freilichtmalerei ab, die unter den Impressionisten sehr beliebt war. Vielmehr basierte seine Arbeit auf einer akribischen Planung und kontrollierten Bedingungen.

Für seine Gemälde griff er auf bereits vorhandene oder eigene Zeichnungen zurück oder er malte aus dem Gedächtnis. Beim Malprozess bevorzugte er geschlossene Räume mit Kunstlicht und ließ in seinem Atelier seine Modelle zum Teil stundenlang in angewiesenen Positionen verharren.

Tanz als Leitmotiv

Degas zeigte in seinen Werken vornehmlich Motive aus dem zeitgenössischen Leben. Neben Szenen vom Pferderennen, Ausflügen, Varietés oder gesellschaftlichen Anlässen malte er Momente aus dem Alltag einfacher Menschen wie von Wäscherinnen, Bauern oder einer Büglerin wie in einem Gemälde von 1869.

Darüber hinaus faszinierte ihn besonders die Welt von Oper, Tanz und Ballett. Auch eines seiner berühmtesten Gemälde "Die Tanzklasse" von 1875 zeigt eine Szene mit Tänzerinnen und einem Tanzlehrer beim Unterricht.

Außerdem malte er unzählige Varianten von Tänzerinnen und Ballerinen beim Aufwärmen oder bei Übungen. Diese Werke bestechen durch Degas' ausgeprägtes Verständnis für Körperhaltung und Bewegung und die mühelose Kombination von traditioneller und progressiver Malerei.

Der französische Impressionismus veränderte nachhaltig die Kunstwelt

Der französische Impressionismus des 19. Jahrhunderts war ein Meilenstein in der Evolution der Malerei. Seine Innovationen in der Bildkomposition, der Maltechnik und der gesamten Philosophie von der Malerei waren bahnbrechend und wirken bis heute nach.

Vor allem die Abkehr von der realistischen Darstellung von Bildobjekten sowie die Reduzierung der Details wurde von den nachfolgenden Künstlergenerationen aufgegriffen. Damit war der Impressionismus ein Wegbereiter für viele andere wichtige Stile des 19. und 20. Jahrhunderts wie Kubismus, Expressionismus und schließlich die Abstraktion.

Der Einfluss des Impressionismus reicht bis in die zeitgenössische Kunst. Seine Grundidee, sich eher auf die Stimmung eines Moments zu konzentrieren als auf Details von Bildgegenständen, findet sich bei vielen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart wieder, etwa bei Christoph Bouet, Anke Gruss oder Ben Kamili. Aber auch die Originale der französischen Maler des Impressionismus wie Monet, Manet oder Renoir sind immer noch beliebte Highlights bei Ausstellungen und Auktionen.

Ausgewählte Werke zu den fünf berühmten französischen Impressionisten

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